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Spontaner Besuch in Libyen

27.10.2019 12:28 Uhr

Zu einem nicht angekündigten Besuch ist Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) in Libyen eingetroffen. In dem Küstenort Suara will er Ministerpräsident Fajis al-Sarradsch treffen, der die international anerkannte Regierung des ölreichen Landes führt.

Sie kontrolliert aber nur einen kleinen Teil des Landes. Weite Gebiete werden von dem mächtigen General Chalifa Haftar und seiner Libyschen Nationalarmee (LNA) beherrscht. Er wird vom Parlament im Osten des Landes unterstützt, das sich als legitime Vertretung sieht.

Wichtiges Transitland für Migranten

Seit dem mit westlicher Hilfe erfolgten Sturz des Langzeitmachthabers Muammar al-Gaddafi im Jahr 2011 herrscht Chaos in dem Wüstenstaat. Zahlreiche Milizen kämpfen um Einfluss in dem ölreichen Land. Diplomatische Versuche, zwischen den zwei verfeindeten Regierungen zu vermitteln, scheiterten bislang. Auch Deutschland versucht in dem Konflikt zu vermitteln und will eine internationale Konferenz auf die Beine stellen. Drei Vorbereitungstreffen haben bereits stattgefunden.

Mitte September hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) im Bundestag gewarnt, dass der Konflikt in Libyen zu einem Stellvertreterkrieg wie in Syrien werden könnte. Libyen zählt auch zu den wichtigsten Transitländern für Flüchtlinge auf dem Weg nach Europa. Nach Schätzungen der Internationalen Organisation für Migration IOM halten sich zwischen 700 000 und einer Million Flüchtlinge in Libyen auf. Hinzu kommen noch einmal mehr als 300 000 Libyer, die aufgrund der Kämpfe aus ihren Häusern vertrieben wurden und innerhalb des Landes auf der Flucht sind.

Das Treffen von Maas mit Al-Saradsch findet in Suara, einem kleinen Küstenstädtchen etwa 120 Kilometer westlich der umkämpften Hauptstadt Tripolis statt. Aus Sicherheitsgründen wurde es nicht vorher angekündigt.

(an/dpa)

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