dpa

SPD-Chef in Sachsen mit Sturmgewehr-Nachbau bedroht

29.6.2019 14:42 Uhr

Die Bedrohungsszenarien gegenüber Politikern werden immer massiver. Es scheint einigen nachhaltig Verwirrten nicht mehr auszureichen, Politiker auf den Social Media zu beschimpfen, ihnen Drohfaxe oder Beleidigungsmails zu schreiben. Nun wird der Paketdienst bemüht und es werden täuschend echte Nachbauten von Waffen verschickt, wobei die Botschaft dahinter eindeutig sein sollte: Wir kriegen dich - auch daheim. Das geschah nun dem sächsischen SPD-Chef Martin Dulig, denn ihm wurde ein Sturmgewehr-Nachbau an seine Privatanschrift geschickt.

Sachsens SPD-Chef Martin Dulig ist massiv bedroht worden. An seine Privatadresse sei von Unbekannten ein Paket mit einem Soft-Air-Nachbau eines Sturmgewehrs geschickt worden, erklärte der 45-Jährige. Das sei ein neuer, inakzeptabler Höhepunkt der Bedrohungen, Beleidigungen und Beschimpfungen, denen er sich seit 2015 zunehmend ausgesetzt sehe. Zuvor hatte das Redaktionsnetzwerk RND darüber berichtet. Das Paket mit dem täuschend echt aussehenden Nachbau des Sturmgewehrs G36 der Firma Heckler&Koch war Mitte Mai bei Dulig eingegangen. Die Polizei ermittelt laut Dulig noch. Der SPD-Politiker, der auch Wirtschaftsminister in Sachsen ist, sagte, er werde sich nicht entmutigen lassen.

Sachsen, Sachsen und immer wieder Sachsen

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) kritisierte die Bedrohung von Dulig scharf. Es sei eine "Riesensauerei", dass diesem ein Sturmgewehr-Nachbau nach Hause geschickt worden sei, sagte er auf dem CDU-Landesparteitag in Chemnitz. "Dem treten wir entgegen, das darf es nicht geben", sagte Kretschmer und erinnerte an den Fall des Anfang Juni mutmaßlich von einem Rechtsextremen getöteten Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke: "Wir haben gerade einen Fall in Kassel erlebt."

Kretschmer rief dazu auf, gemeinsam gegen solche Tendenzen vorzugehen. Die freiheitlich demokratische Grundordnung und ein weltoffenes Sachsen müssten aus der Gesellschaft heraus verteidigt werden. "Dafür brauchen wir jeden."

(ce/dpa)

0 Kommentare

Bitte geben Sie den Aktivierungscode ein, der an Ihre E-Mail-Adresse gesendet wurde.

Sie müssen angemeldet oder registriert sein, um mitzudiskutieren.

Sie müssen angemeldet oder registriert sein, um mitzudiskutieren.