epa/Fernando Calvo

Spaniens Ministerpräsident besucht verletzte Polizisten in Barcelona

21.10.2019 20:49 Uhr

Am Montag hat der spanische Ministerpräsident Pedro Sanchez in Barcelona Polizisten im Krankenhaus besucht, die bei den jüngsten Ausschreitungen während Demonstrationen katalanischer Separatisten verletzt worden waren. Mit dem separatistischen Präsidenten der abtrünnigen Region Katalonien, Quim Torra, traf der sozialistische Regierungschef nicht zusammen.

Die Krawalle und Massendemonstrationen vor allem in der Regionalhauptstadt Barcelona sind eine Reaktion von Unabhängigkeitsbefürwortern auf Urteile gegen Separatistenführer. Diese waren Anfang vergangener Woche wegen ihrer Rolle bei dem verbotenen Abspaltungsreferendum vom Oktober 2017 vom Obersten Gericht in Madrid zu neun bis 13 Jahren Haft verurteilt worden.

Fast 600 Verletzte nach Ausschreitungen

Nach Angaben des Innenministeriums wurden bislang fast 600 Menschen verletzt, darunter viele Polizisten. Fast 200 Verdächtige wurden festgenommen. 28 davon sitzen weiter in Haft.

In einem scharf formulierten Schreiben hatte Sánchez zuvor eine klare Stellungnahme Torras gegen die Gewalt gefordert. Dieser habe es bisher vermieden, "kategorisch und eindeutig" die Ausschreitungen zu verurteilen, und er habe nicht nur die Sicherheitskräfte, "sondern auch die Hälfte der katalanischen Bevölkerung", die seine Trennungsgelüste nicht teile, im Stich gelassen, so Sánchez.

Torra hatte erst in der Nacht zum Donnerstag und nach mehrmaligen Aufforderungen spanischer Spitzenpolitiker die Krawalle verurteilt. Er betonte, die Unabhängigkeitsbewegung lehne jede Form der Gewalt ab, woher sie auch komme. Madrid fordert aber klarere Worte. Torra soll Medienberichten zufolge am Wochenende versucht haben, Sánchez anzurufen, jedoch habe dieser ein Gespräch abgelehnt.

(an/dpa)

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