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Sozialdemokrat Cortizo zum neuen Präsidenten gewählt

6.5.2019 8:37 Uhr

Mit einem Vorspung von 33,1 Prozent wurde der Kandidat der Sozialdemokraten, Laurentino "Nito" Cortizo, zum neuen Präsidenten des kleinen lateinamerikanischen Staates gewählt.

Das Wahlgericht in Panama-Stadt erklärte ihn am Sonntagabend zum Wahlsieger. Nach der Auszählung von mehr als 92 Prozent der abgegebenen Stimmen lag Cortizo demnach mit rund 33,1 Prozent uneinholbar vor dem konservativen Ex-Außenminister Rómulo Roux, der auf rund 31,1 Prozent kam."Wir haben gewonnen", sagte Cortizo nach einem Treffen mit seinen Kontrahenten und den Richtern des Wahlgerichts in Panama-Stadt. Roux habe seine Niederlage zunächst nicht eingeräumt, erklärte der Gerichtspräsident. Dies sei auch "sein Recht", sagte Cortizo. Der 66-jährige Ex-Minister Cortizo, der für die Demokratisch-Revolutionäre Partei angetreten war, hatte bereits in den Umfragen weit vor Roux gelegen. Dieser trat für die Partei des Demokratischen Wandels an. Der unabhängige Kandidat Ricardo Lombana, der im Wahlkampf vor allem auf den Kampf gegen die Korruption gesetzt hatte, kam mit gut 19 Prozent auf Platz drei.

Paradies für Geldwäscher?

Dem kleinen lateinamerikanischen Land haftet seit dem Skandal um die "Panama Papers" der Ruf eines Paradieses für Geldwäscher an. In den "Panama Papers" tauchten die Namen von Prominenten, Politikern und Sportlern auf, die Vermögen vor dem Fiskus versteckt haben sollen. Die Veröffentlichungen führten zu Ermittlungen auf der ganzen Welt und einer Debatte über Steueroasen und Geldwäsche.In Panama wird der Präsident immer nur für eine fünfjährige Amtszeit gewählt. Cortizo folgt auf Juan Carlos Varela. Dessen Beliebtheitswerte waren zuletzt wegen der schwächelnden Wirtschaft, steigender Lebenshaltungskosten und Korruptionsskandalen zurückgegangen.

Vermittler zwischen den USA und China

Der nächste Staatschef muss zudem zwischen den USA und China vermitteln, die um ihren Einfluss am Panamakanal streiten. Die USA hatten Panama zwar im Jahr 1999 die Hoheit über die strategisch wichtige Wasserstraße überlassen, sie ist für Washington aber nach wie vor von großer Bedeutung. Schätzungen zufolge verlaufen rund fünf Prozent des weltweiten Handelsverkehrs per Schiff durch den Panamakanal. 2017 waren es insgesamt 403 Millionen Tonnen Fracht, davon 166 Millionen aus den USA und 44 Millionen aus China.

(be/afp)

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