epa/Erdem Sahin

Soylu: Ausländische IS-Anhänger sollen in ihre Heimatländer zurück

13.11.2019 17:05 Uhr

Süleyman Soylu, der Innenminister der Türkei, hat die Heimatländer ausländischer Anhänger der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) aufgefordert, ihre Staatsbürger zurückzunehmen. "Wenn wir alle zusammen den Terror bekämpfen wollen, dann - nichts für ungut - muss sich jeder seiner Terroristen annehmen", sagte Süleyman Soylu am Mittwoch.

Am Freitag will die Türkei nach Angaben der Bundesregierung zwei deutsche IS-Frauen mit Migrationshintergrund abschieben, die aus dem syrischen Gefangenenlager Ain Issa geflohen waren. Unter anderem habe Deutschland der Rücknahme von IS-Anhängern zugestimmt, sagte Soylu. Dieselbe Zusammenarbeit und "konstruktive Haltung" erwarte er auch von anderen Staaten. Er betonte erneut, dass die Türkei "kein Hotel" und "keine Gaststätte" für IS-Anhänger aus anderen Ländern sei.

Siebenköpfige Familie nach Deutschland

Die Türkei will am Donnerstag zudem eine siebenköpfige Familie nach Deutschland abschieben. Nach Informationen der Bundesregierung wird sie dem salafistischen Milieu im niedersächsischen Hildesheim zugerechnet und stammt ursprünglich aus dem Irak. Die Eltern und die bereits erwachsenen Kinder der Familie sind in dem arabischen Land geboren.

Ob die Familie nach Hildesheim zurückkehren wird, ist noch nicht bekannt. Das niedersächsische Innenministerium hatte im März 2017 den "Deutschsprachigen Islamkreis Hildesheim" verboten. Dessen Leiter, der aus dem Irak stammende Hassprediger Abu Walaa, steht inzwischen vor Gericht. Der mutmaßliche IS-Deutschlandchef soll Anschläge und die Ausreise junger Menschen zur Terrormiliz unterstützt haben.

Über einen möglichen Aufenthalt der Familie im ehemals vom IS kontrollierten Gebiet in Irak oder Syrien ist nichts bekannt. Sie war Ende Januar in die Türkei eingereist und zwei Monate später in Abschiebehaft genommen worden. Der Grund für ihre Inhaftierung in der Türkei ist nicht bekannt.

Die Türkei hatte zudem angekündigt, elf mutmaßliche IS-Anhänger aus Frankreich abzuschieben, nannte aber keinen Zeitpunkt.

(an/dpa)

0 Kommentare

Bitte geben Sie den Aktivierungscode ein, der an Ihre E-Mail-Adresse gesendet wurde.

Sie müssen angemeldet oder registriert sein, um mitzudiskutieren.

Sie müssen angemeldet oder registriert sein, um mitzudiskutieren.