Symbolbild Bapitistengemeinde: imago images / epd

Sorgt Baptisten-Gottesdienst für neue Covid-19-Welle in Hessen?

23.5.2020 15:15 Uhr

Eine Baptisten-Gemeinde in Frankfurt am Main hat am 10. Mai einen Gottesdienst abgehalten. Das ist im Zuge der Lockerungsmaßnahmen durchweg erlaubt. Zudem hat man sich, wie die Gemeinde versichert, an alle vorgeschriebenen Regeln gehalten. Trotzdem haben sich nun, rund zwölf Tage nach dem fraglichen Gottesdienst, einige der Teilnehmer krankgemeldet und es wurde festgestellt, dass sie mit dem Coronavirus infiziert sind. Droht Hessen nun durch einen Gottesdienst eine zweite Welle von Covid-19?

Die Baptisten kamen dem Vernehmen nach aus der gesamten Region des Rhein-Main-Gebietes, wie die "Frankfurter Rundschau" meldet. Mehr als 40 Personen hätten sich im Zuge des Gottesdienstes mit dem Coronavirus infiziert. Da können Aussagen des Gesundheitsamtes, dass niemand wirklich stark erkrankt sei, nicht wirklich beruhigen. Zumal nicht einmal bekannt ist, wie viele Menschen an dem Gottesdienst teilnahmen, da sie wohl nicht "gelistet" wurden. Rene Gottschalk, Leiter des Gesundheitsamtes, vermeldete, dass sich nur eine Person derzeit in stationärer Behandlung befinden würde.

Suche nach Gottesdienst-Teilnehmern beginnt

Mittlerweile sickert auch die hohe Streuwirkung durch. So sind wohl aus Hanau mindestens 16 Personen infiziert, die an der Veranstaltung teilnahmen. Basierend darauf musste dann ein Fastengebet der muslimischen Gemeinde im Herbert-Dröse-Stadion, das für Sonntag zum Ende von Ramadan an Bayram geplant war, aus Sicherheitsgründe richtigerweise abgesagt werden.

Andere Zahlen als das Gesundheitsamt meldet die Baptisten-Gemeinde selbst. So heißt es dort, dass nicht nur der Vorsitzende des Vereins erkrankt sei und im Krankenhaus läge, sondern mindestens sechs weitere Personen stationär zu Behandlung in den zuständigen Krankenhäusern seien. Eine Zahl, die sich nicht mit den Zahlen des Gesundheitsamtes deckt. Der Religionsverein betont, man habe sich an alle Vorgaben gehalten: Abstände wären eingehalten worden und Desinfektionsmittel habe bereitgestanden. Und eine Listung der Teilnehmer am Gottesdienst sei nicht vorgeschrieben gewesen. Nun geht also die Suche nach Menschen los, die an dem Gottesdienst teilnahmen, um so eine Streuung der Infektionen einzudämmen.

(ce)

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