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Sorge über militärische Operation in Libyen

4.4.2019 18:13 Uhr

Bei einem Besuch in Libyen hat sich UN-Generalsekretär Antonio Guterres sich besorgt über eine angekündigte Offensive gegen die international anerkannte Regierung gezeigt. «Es gibt keine militärische Lösung», erklärte Guterres am Donnerstag über Twitter. «Nur ein innerlibyscher Dialog kann die libyschen Probleme lösen». Er rief die Konfliktparteien zu Ruhe und Zurückhaltung auf.

Der einflussreiche libysche General Chalifa Haftar hatte seinen Truppen am Mittwoch den Befehl gegeben, auf die Hauptstadt Tripolis vorzurücken. Dort hat die international anerkannte Regierung von Fajis al-Sarradsch ihren Sitz. Die Operation verfolge das Ziel, den Westen Libyens von verbliebenen "Terrorgruppen zu säubern", hieß es.

Land im Bürgerkrieg

Al-Sarradsch erklärte daraufhin die Generalmobilmachung der ihm loyalen Truppen. Der Präsidialrat unter seiner Leitung ordnete am Mittwochabend an, gegen alle Bedrohungen vorzugehen, die das Ziel hätten, die Stabilität Libyens zu erschüttern.

In dem nordafrikanischen Land herrscht seit dem Sturz von Langzeitherrscher Muammar al-Gaddafi 2011 Bürgerkriegschaos. Haftar rückte in den vergangenen Monaten von Osten her vor und konnte große Gebiete unter Kontrolle bringen. Der General konkurriert mit der Sarradsch-Regierung. Deren Einfluss reicht kaum über Tripolis hinaus.

Haftar und Sarradsch hatten sich in Februar bei einem Treffen in Abu Dhabi zu Wahlen bekannt. Für Mitte April ist in der Stadt Ghadames eine dreitägige Nationalkonferenz geplant. UN-Sondervermittler Ghassan Salame will dort nach Auswegen aus der jahrelangen Krise suchen. Libyen hat sich zu einem der wichtigsten Transitländer von Migranten auf dem Weg nach Europa entwickelt.

(an/dpa)