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So wird türkischer Kaffee zubereitet

17.5.2020 8:01 Uhr

Für die Zubereitung von perfektem Türkischem Kaffee braucht es nach Ansicht vieler Türken exakt zwei Dinge. Zum einen die richtige Technik, zum anderen Leidenschaft. Fehlt es mangels Erfahrung zuerst noch ein bisschen an Letzterem, zaubert man mit der richtigen Technik aber immer noch einen sehr guten Kaffee.

Die Geschichte des Türkischen Kaffees ist viel älter als die des ersten Kaffeehauses des Landes, das 1554 in Istanbul eröffnete. Neben dem Cay-Tee ist er das Nationalgetränk der Türkei. Doch er ist ein bisschen mehr als ein Getränk, vielleicht sogar eine Art Lebenseinstellung. Deshalb ist Türkischer Kaffee auch in die Liste des immateriellen Welterbes der UNESCO eingetragen.

Zubereitung des Türkischen Kaffees

Zuerst müssen die Kaffeebohnen gemahlen werden. Wer es traditionell halten möchte, sollte Bohnen aus dem Jemen oder Äthiopien verwenden, allerdings eignen sich auch alle Arabica-Bohnen. Wichtig ist, dass das Mahlen unmittelbar vor der Zubereitung erfolgt und dass das Ergebnis fein wie Kalkpulver ist. Möglich ist das mit einer türkischen Handmühle, wobei es beim Kurbeln schon etwas Geduld braucht. Jede gute Espressomaschine sollte die Kaffeebohnen aber auch türkisch-fein mahlen können.

4 Espressotassen kaltes Wasser werden in eine Cezve gefüllt. Der Mokkakocher ist auch unter dem Namen Ibrik bekannt. Jeder gut sortierte türkische Supermarkt dürfte diese kleinen Kannen im Sortiment führen. Typischerweise haben sie einen langen Griff und bestehen aus gehämmertem Kupfer oder Messing. Die Krempe verhindert, dass Kaffee beim Einschenken verschüttet wird. Das Fassungsvermögen beträgt zwei Tassenportionen.

Dem Wasser werden 3 oder 4 gestrichene Teelöffel Zucker zugefügt, aber nicht eingerührt. Die Cezve wird nun auf den Herd gestellt. Während das Wasser erhitzt, beginnt der Zucker zu karamellisieren, was dem Kaffee später einen abgerundeten Geschmack verleiht. Sobald das Wasser kocht, wird die Cezve vom Herd genommen. Jetzt werden 4 gehäufte Teelöffel des Kaffeepulvers ins Wasser gegeben und gut eingerührt.

Die Technik entscheidet

Das Kännchen wird abermals auf den Herd gestellt. Man sollte in der Nähe bleiben, denn sobald der Kaffee hochkocht, muss er wieder vom Herd genommen werden und sich setzen. Bei dieser Gelegenheit kann die Oberfläche mit einem kleinen Löffel vorsichtig umgerührt werden, um größere Schaumblasen loszuwerden. Auf keinen Fall darf das ganze Getränk umgerührt werden. Zu viel Zeit sollte man sich dafür außerdem nicht lassen, sondern den Kaffee recht schnell wieder auf den Herd stellen und ihn noch zweimal aufkochen lassen.

Serviervorschlag: Türkischer Kaffee mit türkischer Delikatesse "Lokum" (Bild: imago images/ Panthermedia)

Der Kaffee ist nun fertig, wird endgültig vom Herd genommen und sollte sich 30 Sekunden lang setzen. Mit einem Teelöffel wird dann etwas Schaum abgenommen und in die Kaffeetassen gegeben. Traditionell türkische Kaffeetassen bestehen aus Porzellan und stehen in einer Untertasse aus Messing oder Kupfer. Der Kaffee wird eingeschenkt (5 mm bis unter den Tassenrand) und darf sich abermals eine Minute lang setzen.

(jk)

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