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So funktioniert der türkische Sammelbus

18.1.2020 14:33 Uhr

Der Minibus Dolmus verkehrt in der Küstenregion der Türkei zwischen den Städten. Er bietet eine praktische und günstige Möglichkeit herumzukommen und individuell gestaltete Tagestrips zu unternehmen. Ein Dolmus funktioniert jedoch etwas anders, als man es von unseren Linienbussen kennt.

Von früh bis spät fahren die Dolmus-Busse ihre Routen ab. Diese sind kurz – von Großstadt zu Großstadt kommt man mit dem Dolmus also nicht. Das würde auch eine Weile dauern, denn in praktisch jedem Dorf gibt es eine Haltestelle, in Städten findet man mehrere. Man erkennt sie am rechteckigen blauen Schild mit dem schwarzen D. Eine relativ sichere Adresse ist der Busbahnhof. Außerdem kann man den Dolmus anhalten wie ein Taxi. Eine Garantie dafür, dass so ein Bus auf das Handzeichen am Straßenrand stoppt, gibt es aber nicht. Fährt er weiter oder verpasst man ihn an der Haltestelle, muss man sich nur kurze Zeit gedulden. Auf den populären Routen kommt alle zehn Minuten ein Dolmus vorbei. Länger als eine halbe Stunde wartet man für gewöhnlich nicht.

Den richtigen Dolmus finden

Seinem Namen macht er bisweilen alle Ehre. Das Wort "dolmus" bedeutet "voll" oder "besetzt". Wohin der Bus fährt, kann man dem Schild hinter der Frontscheibe entnehmen. Auf der Seite stehen oftmals Zwischenziele wie Strände, Wasserparks und Einkaufszentren. Sicherheitshalber fragt man den Fahrer. Ein paar Brocken Türkisch zu können, ist von Vorteil. Viele Fahrer sprechen aber auch ein bisschen Englisch.

Für die Fahrt zahlen

Stimmt die Route, steigt man ein und sucht sich einen Platz. Dort findet man auch die Preisliste, auf der man sein Ziel sucht und das Geld möglichst passend in türkischen Lira (kleine Scheine und Münzen) zum Fahrer durchreichen lässt, mit der Info, wo man aussteigen möchte. Wechselgeld kommt auf gleichem Weg zurück. Will man dieses Prozedere nicht bei später einsteigenden Passagieren mitmachen, sollte man sich hinten hinsetzen. Nicht alle Fenster des Dolmus lassen sich öffnen. Da die Busse nicht klimatisiert sind, kann es gerade im Sommer sehr heiß darin werden. Ein Fächer, mit dem man sich Luft zuwedeln kann, schafft dann etwas Kühlung.

Am Ziel angekommen

Es gibt keine Knöpfe, die man drücken kann, wenn man aussteigen möchte. Man ruft es dem Fahrer zu. "Inecek var" bedeutet "Aussteigen bitte" und ist eine höfliche Version. Ein einfaches "Stop" tut es aber auch. Der Fahrer hält dann an. Beim Aussteigen sollte man sich bei ihm bedanken. "Tesekkür ederim" heißt "Dankeschön". Türken sagen meist "Görüsürüz" – "Bis später".

(jk)

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