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So bleibt der Hund gesund: Was Halter beachten sollten

17.2.2020 14:28 Uhr

Hundehalter wünschen sich, dass das Tier möglichst gesund bleibt. Doch zwischen der menschlichen Gesundheit und der Gesunderhaltung von Hunden liegen große Unterschiede. Hunde benötigen eigene Hilfestellungen und Maßnahmen, damit sie ein hohes Alter erreichen. Auf was es ankommt und auf was Halter besonders achten sollten, zeigt dieser Artikel.

Regelmäßige Kontrollen

Sicherlich sind Besuche beim Tierarzt weder für das Tier noch für den Halter angenehm. Es hängt immer die Unsicherheit im Raum, dass etwas gefunden werden könnte. Dennoch sollten Halter regelmäßige Tierarztbesuche vornehmen:

- Check – viele Krankheiten lassen sich anfangs hervorragend behandeln und aufhalten. Werden sie jedoch später gefunden, können schon Folgeerkrankungen aufgetreten sein. Ein Beispiel hierfür sind Herzerkrankungen. Viele Hunde leben ein langes Leben mit einer Herzerkrankung, doch nur, wenn sie frühzeitig Medikamente erhalten.

- Alterskrankheiten – im weiteren Lebensverlauf neigen auch Hunde dazu, Probleme mit dem Bewegungsapparat zu bekommen. Auch diesbezüglich können frühzeitige Abklärungen Abhilfe schaffen.

- Schwere Erkrankungen – umso früher sie entdeckt werden, desto höher ist die Behandlungsmöglichkeit.

Abseits der reinen gesundheitlichen Kontrolle, die ohnehin vor jeder Impfung durchgeführt werden sollte, sind eben die Impfungen wichtig – und notwendig:

- Impfstatus – Hunde müssen regelmäßig geimpft werden. Staupe, Hepatitis, Parvovirose, Leptospirose und Tollwut gehören zu den Pflichtimpfungen. Je nachdem, ob der Hund mit in Auslandsurlaub soll, sind weitere Impfungen notwendig - diese müssen erfragt werden.

- Wissenswertes – Hundehalter sollten bei Impfungen prüfen, wie gut der Hund sie verträgt. Daher ist es ratsam, keine Kombi-Impfungen zu wählen, gerade dann nicht, wenn der Hund bereits Probleme zeigte. Bei schlechter Verträglichkeit können Impfstoffe angepasst werden, auch ist es durchaus möglich, in Absprache mit dem Tierarzt, den jeweiligen Zeitraum zu verlängern.

Zugleich müssen Hunde regelmäßig entwurmt und auf Flöhe oder andere Parasiten überprüft werden. Während Halter Flöhe selbst entdecken können, verhält sich die Sache bei Milben ganz anders. Die Wurmkur wird meist vom Halter zwei bis vier Mal jährlich selbst verabreicht.

Du bist, was du isst: das richtige Futter

In dieser Beziehung unterscheidet sich der Hund vom Menschen – oder von anderen Tieren. Die richtige, zum Hund passende, ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung unterstützt den Organismus dabei, sich selbst gesund zu erhalten. Natürlich ist es möglich, einen Hund nur von Hundekuchen zu ernähren. Ein Mensch stirbt auch nicht, wenn er nur Fast Food isst. Dass dies jedoch nicht der Gesundheit zuträglich ist, ist ebenfalls bekannt. Aber was ist die richtige Ernährung bei einem Hund?

- Welches Futter? – Fakt ist, der Hund benötigt einen hohen Fleischanteil, jedoch ebenso Gemüse. Welches Futter wiederum gut ist, bleibt heftig umstritten. Die einen sagen BARF, die nächsten Dosenfutter, wiederum die nächsten Trockenfutter. Halter sollten letztendlich bei jeder Methode darauf achten, dass dem Hund alle wichtigen Nährstoffe zugeführt werden und dass die Inhaltsstoffe hochwertig sind.

- Altersgerecht - jeder Hund muss altersgerecht ernährt werden. Im höheren Lebensalter wird die benötigte Menge geringer. Regelmäßigkeit - Hunde sollten zu festen Zeiten fressen. Der Organismus stellt sich auf die Zeit ein, was letztendlich die Verdauung unterstützt.

- Menge - Hundehalter sollten die Menge des Futters auf ihren eigenen Hund abstimmen. Die Futterempfehlungen auf Futtermitteln sind stets Vorschläge. Wer sich unsicher ist, der fragt einen Tierarzt um Hilfe.

Es kann jedem Hunde- und Tierhalter nur empfohlen werden, sich einmal ausgiebig mit den Bedürfnissen des Tieres auseinanderzusetzen und sich selbst in die Materie einzulesen. Von außen lässt sich nicht sagen, welches Futtermittel für einen Hund stimmig ist, denn das Tier, dessen Lebensalter, dessen Bewegung und dessen Gesundheit entscheiden mit.

Auch Hunde brauchen Bewegung

Das beste Mittel, um seinen Hund gesund zu erhalten, ist und bleibt die Bewegung. Ein Großteil der Hunde in Deutschland wird viel zu wenig bewegt, was sich deutlich zeigt:

- Übergewicht – es reicht, einmal mit offenen Augen über die Straßen zu gehen. Eine Vielzahl der Hunde ist übergewichtig. Auch beim Hund schlagen sich die überschüssigen Pfunde auf die Gelenke und belasten das Herz-Kreislaufsystem.

- Fehlstellungen – gerade im Welpenalter führt Übergewicht zu Fehlstellungen an den Beinen. Im Alter rächen sich diese.

Wie viel Bewegung ein Hund tatsächlich benötigt, hängt mit vom Alter und der Rasse ab. Allgemein gilt aber:

- 3 x 1 – drei Spaziergänge täglich von jeweils mindestens einer Stunde sind der Mittelweg. Das schnelle Gassigehen vor dem Schlafengehen zählt nicht als Spaziergang. Die drei Stunden Bewegung können aber natürlich auf mehrere Läufe aufgeteilt werden, wovon jedoch keiner unter 30 Minuten betragen sollten.

- Quantität – Hunde benötigen echte Bewegung. Ein langsamer Bummel über sechzig Minuten ist für den Hund keine Bewegung, dreißig Minuten mit Joggen oder Radfahren gehen, hingegen schon.

- Unterhaltung – der Hund muss beim Spazieren gehen unterhalten werden. Schleppleinen mit Wurf- und Fangspielen, auch mal Agility über Baumstämme oder Steine im Wald lasten das Tier wesentlich mehr aus.

Auch Hunde mit Gartenzugang benötigen die zusätzliche Bewegung, sofern der Garten keine riesigen Ausmaße hat. Der gesamte Organismus des Hundes ist dem des Wolfs ähnlich – und der kann am Tag auch gute 70 Kilometer zurücklegen.

Natürlich muss das Pensum dem Alter des Hundes angepasst werden. Hier sind die Halter gefragt, zu erkennen, was ihr Hund braucht und wann er überfordert ist. Für einen 16-jährigen Terrier kann schon die halbe Stunde am Tag eine echte Herausforderung sein.

Bewegung und gutes Futter sind zwei wichtige Säulen für die Hundegesundheit. Bildquelle: Unsplash.com / Baptist Standaert

Fazit - die Gesunderhaltung obliegt dem Menschen

Wer sich einen Hund anschafft, der muss sich darüber bewusst sein, das Leben des Tieres in den Händen zu halten und für es verantwortlich zu sein. Somit obliegt auch die Gesunderhaltung des Hundes dem Menschen. Regelmäßige Kontrollen beim Tierarzt sind absolute Pflicht, nicht minder wichtig ist aber eine gute, hochwertige und abgestimmte Ernährung. Doch trotz Tierarzt und bestem Futter wird ein Hund nicht gesund bleiben, wenn das wichtigste Element fehlt: die Bewegung. Sie schützt und stärkt nicht nur den Organismus, sie beugt ungewollte Verhaltensweisen und Aggressionen vor.

(Hürriyet.de)

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