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Sieben Jahre Haft für iranische Menschenrechtsanwältin

11.3.2019 15:11 Uhr

Ein Revolutionsgericht in Teheran verurteilte die iranische Menschenrechtsanwältin Nasrin Sotudeh zu einer insgesamt siebenjährigen Haftstrafe, wie die Nachrichtenagentur Isna am Montag mitteilte. Der prominenten Aktivistin werden zwei verschiedene Delikte vorgeworfen. Der Fall werde nun jedoch vor ein Berufungsgericht gehen.

Sotudeh wurde wegen Verschwörung gegen das System zu fünf Jahren Haft verurteilt, zwei weitere Jahre erhielt sie demnach wegen Beleidigung von Irans geistlichem Oberhaupt Ayatollah Ali Chamenei.

In Abwesenheit verurteilt worden

Sotudehs Anwalt Mahmud Behsadi-Rad sagte der Nachrichtenagentur Irna, sie sei in Abwesenheit verurteilt worden. Die 2012 für ihre Arbeit mit dem Sacharow-Preis des Europäischen Parlaments ausgezeichnete Anwältin war im Juni 2018 festgenommen worden. Damals wurde ihr bereits gesagt, sie sei in Abwesenheit wegen Spionage zu fünf Jahren Haft verurteilt worden.

Sotudeh hatte bereits die Jahre von 2010 bis 2013 in Haft verbracht wegen "Aktivitäten gegen die nationale Sicherheit" und "Propaganda gegen das Regime", nachdem sie Demonstranten verteidigt hatte, die 2009 an den Protesten gegen die umstrittene Wiederwahl des ultrakonservativen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad teilgenommen hatten. Auch ihr Ehemann Resa Chandan wurde im Januar zu sechs Jahren Haft verurteilt.

(sis/afp)