Hürriyet

Sieben "Sözcü"-Journalisten wegen "Terrorunterstützung" verurteilt

27.12.2019 15:09 Uhr

Ein Gericht in Istanbul verurteilte am 27. Dezember 2019 sieben Journalisten der laizistischen und säkularen Zeitung "Sözcü" wegen Beihilfe für die "FETÖ" zu Gefängnisstrafen. Als "FETÖ" wird ein Verein rund um den im US-Exil lebenden Prediger Fetullah Gülen bezeichnet, dem vorgeworfen wird, den gescheiterten Putschversuch vom 15. Juli 2016 inszeniert zu haben.

Die altgedienten Kolumnisten Emin Cölasan und Necati Dogru wurden zu drei Jahren und sechs Monaten Gefängnis verurteilt, während das Gericht anordnete, dass Burak Akbay, der Besitzer der Zeitung, separat vor Gericht gestellt wird, weil er sich im Ausland aufhält. In einem anderen Fall drohen Burak Akbay 30 Jahre Haft wegen terroristischer Vorwürfe. Im Mai 2019 verlängerte das Gericht einen Haftbefehl gegen Akbay.

Kemal Kilicdaroglu übt harsche Kritik

Der stellvertretende Online-Chefredakteur Mustafa Cetin und Chefredakteur Metin Yilmaz wurden zu drei Jahren und vier Monaten Haft verurteilt. Yücel Ari, der Reporter Gökmen Ulu und die Finanzdirektorin Yonca Yücekaleli wurden zu zwei Jahren und einem Monat Gefängnis verurteilt, während Mediha Olgun, die frühere Geschäftsführerin der Internetnachrichten, freigesprochen wurde. In der Anklageschrift wurden Cölasan und Dogru sowie Yilmaz, Ari und Cetin beschuldigt, "der bewaffneten Terrororganisation FETÖ geholfen zu haben, ohne Teil ihrer hierarchischen Struktur zu sein".

Kemal Kilicdaroglu, Vorsitzender der Republikanischen Volkspartei CHP, sagte zu den Haftstrafen, die gegen Führungskräfte und Journalisten der laizistischen Zeitung "Sözcü" verhängt wurden, dass die Entscheidung auf Anordnung der politischen Autorität ergangen sei. "Was mich traurig macht, ist, dass wir mit dieser Entscheidung der ganzen Welt mitgeteilt haben, dass es in der Republik Türkei keine Gerechtigkeit und keine Demokratie gibt", sagte Kilicdaroglu. "Welches Land, Gewissen oder Justizinstitut wird sagen, dass diese Entscheidung richtig ist? Sie fangen an zu verlieren, sobald Sie die Medien fürchten, die Fakten schreiben. Präsident Recep Tayyip Erdogan und sein Umfeld sind in diesen Prozess eingetreten", fügte Kilicdaroglu hinzu.

(Hürriyet Daily News)

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