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Sidama-Volksgruppe stimmt für Gründung eigener Region

23.11.2019 18:37 Uhr

Die Volksgruppe der Sidama hat sich in einem Referendum mit überwältigender Mehrheit für die Gründung einer eigenen Region innerhalb des Vielvölkerstaates Äthiopien ausgesprochen. Wie die Wahlbehörde am Samstag in Hawassa mitteilte, stimmten 98 Prozent der Wähler für die Schaffung der neuen Region. Damit wird Äthiopien künftig aus zehn halb-autonomen Regionen bestehen - weitere Volksgruppen streben zudem ebenfalls nach mehr Autonomie.

Rund 2,3 Millionen der mehr als 100 Millionen Einwohner Äthiopiens waren am Mittwoch aufgerufen, sich an dem Referendum zu beteiligen. Bislang ist Äthiopien in neun halb-autonome Regionen unterteilt, künftig werden es nun zehn sein. Sollten weitere derartige Referenden abgehalten werden, könnte dies zu einer schwer zu kontrollierende Destabilisierung des Landes führen.

Das verfassungsgemäße Recht in Anspruch genommen

Bislang sind die Sidama eine der Volksgruppen, die in der Region der Südlichen Nationen, Nationalitäten und Völker (SNNPR) unter anderen Volksgruppen leben. Bei schweren Auseinandersetzungen wurden im Juli in dieser Region mehrere dutzend Menschen getötet. Die Regierung in Addis Abeba unterstellte die Region daraufhin einer Kontrolle durch Polizei- und Armee-Einheiten des Zentralstaates.

Die Verfassung Äthiopiens sieht vor, dass die Regierung jeder ethnischen Gruppe den Weg zu einer Volksabstimmung ebnen muss. Allein im Süden Äthiopiens haben schon zehn weitere Volksgruppen ein entsprechendes Verfahren auf den Weg gebracht. Das Auswärtige Amt in Berlin rät in seinen aktuellen Reise- und Sicherheitshinweisen für Äthiopien, das Gebiet der Sidama und umliegende Regionen bis auf Weiteres zu meiden.

(ce/afp)

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