epa/RONALD WITTEK

Sicherheitskonferenz: Tsipras und Zaev werden geehrt

16.2.2019 22:43 Uhr

Mit der Einigung über Nordmazedoniens neuen Namen wurde ein jahrelanger Streit beigelegt. Dafür wurden die Regierungschefs Griechenlands und Nordmazedoniens Alexis Tsipras und Zoran Zaev auf der Münchener Sicherheitskonferenz geehrt.

Alexis Tsipras und Zoran Zaev erhielten am Samstag in München den Ewald-von-Kleist-Preis. Tsipras und Zaev hatten nach mehrmonatigen mühsamen Verhandlungen ein Abkommen erzielt, wonach Mazedonien künftig Nordmazedonien heißen sollte. Bundesaußenminister Heiko Maas hielt die Laudatio. Er sagte, es sei bei dem Streit nicht nur um einen Namen, sondern um Identität gegangen. Er lobte Tsipras und Zaev, sie seien "wahre europäische Führer".

Seit vergangenem Dienstag ist das Abkommen in Kraft. Die Regierung in Athen hatte die Umbenennung gefordert, weil auch eine nordgriechische Provinz Mazedonien heißt und Gebietsansprüche befürchtet wurden. Griechenland blockierte aus diesem Grund bislang den Nato-Beitritt und die weitere Annäherung Mazedoniens an die EU. Tsipras sagte am Samstagabend, er hätte zu Beginn nicht gedacht, dass ein Abkommen möglich wäre. Aber: "Sag' niemals nie." Tsipras und Zaev widmeten beide den Preis der Zukunft ihrer beiden Völker.

Die Münchner Konferenz ist das größte Expertentreffen zum Thema Sicherheitspolitik weltweit. Kleist hatte 1963 den Vorläufer der Sicherheitskonferenz, die Wehrkundetagung, gegründet. Mit dem undotierten Preis sollen Persönlichkeiten geehrt werden, die sich besonders um Konfliktbewältigung verdient gemacht haben. Zu den bisherigen Preisträgern gehören Henry Kissinger, Helmut Schmidt, Valéry Giscard d'Estaing, Joachim Gauck und John McCain.

(be/dpa)