epa/Omer Messinger

Sicherheitsbehörden in Halle haben versagt

11.10.2019 10:14 Uhr

Der Vorsitzende der AfD, Jörg Meuthen, hatzwei Tage nach dem Terroranschlag in Halle das Vorgehen der Sicherheitsbehörden heftig kritisiert. "Was da schief gelaufen ist, ist, dass die Sicherheitsbehörden hier versagt haben", sagte Meuthen am Freitag im ZDF-"Morgenmagazin".

Die jüdische Gemeinde in Halle habe mehrfach um Polizeischutz für den höchsten jüdischen Feiertag Jom Kippur gebeten. "Das ist nicht gewährt worden. Und jetzt kommen die um die Ecke und sagen "jetzt wollen wir schützen" - das ist zu spät." Meuthen fügte hinzu: "Wir haben eine rechtsextremistische Bedrohung, da muss man reagieren."

"Wir halten das für absurd und infam"

Der AfD-Vorsitzende hielt Bundesinnenminister Horst Seehofer und Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (beide CSU) vor, die Tat parteipolitisch zu instrumentalisieren. Kurz nach dem Attentat hatte Herrmann gesagt, einige AfD-Politiker seien "geistige Brandstifter". Seehofer hatte dem zugestimmt, ohne den Parteinamen AfD in den Mund zu nehmen. Meuthen sagte dazu: "Wir halten das für absurd und infam. Wie kann man angesichts eines solchen Verbrechens, das die Republik schockiert, anfangen mit parteipolitischer Instrumentalisierung."

Am Mittwoch hatte ein schwerbewaffneter mutmaßlicher Rechtsextremist versucht, in eine Synagoge in Halle einzudringen und unter Dutzenden Gläubigen ein Blutbad anzurichten. Sein Versuch scheiterte, woraufhin er vor der Synagoge und danach in einem nahen Döner-Imbiss zwei Menschen erschoss und mindestens zwei weitere verletzte.

(an/dpa)

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