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Shinzo Abe telefoniert mit Donald Trump

11.6.2019 17:20 Uhr

Japans Ministerpräsident Shinzo Abe hat sich einen Tag vor seinem Iran-Besuch mit US-Präsident Donald Trump telefonisch abgestimmt. Abe und Trump hätten "Ansichten zu regionalen Situationen ausgetauscht, auch zu der im Iran", sagte der japanische Regierungssprecher Yoshihide Suga am Dienstag.

Am Mittwoch reist Abe nach Teheran, um über das Atomabkommen zu sprechen. Dort hatte Bundesaußenminister Heiko Maas bereits am Montag versucht, den Iran zum Festhalten an dem Abkommen zu bewegen.

Abe sei der erste japanische Ministerpräsident seit 41 Jahren, der die Islamische Republik besuche. Bei seinem dreitägigen Aufenthalt seien Treffen mit Irans oberstem Führer Ali Chamenei und Präsident Hassan Ruhani geplant, hieß es. Japan und Iran feiern in diesem Jahr den 90. Jahrestag ihrer diplomatischen Beziehungen.

Gute Beziehungen zwischen Tokio und Teheran

Tokio unterhält verhältnismäßig gute Beziehungen zu Teheran. Abe will angesichts der Spannungen zwischen Washington und Teheran vermitteln. Trump hatte bei seinem Staatsbesuch in Japan im Mai keine Einwände gegen Treffen Abes mit den iranischen Machthabern geäußert. Der Besuch Abes sei ein Wendepunkt", hatte Irans Außenamtssprecher Abbas Mussawi zuvor gesagt.

Irans Außenminister Mohammed Dschawad Sarif hatte bei seinem Japan-Besuch im Mai an Tokio appelliert, das Atomabkommen zu retten. Das Abkommen war 2015 nach zwölfjährigen Verhandlungen abgeschlossen worden. Neben Deutschland und dem Iran gehören Großbritannien, Frankreich, Russland und China zu den Unterzeichnern. Die USA sind vor einem Jahr ausgestiegen und setzen den Iran seitdem wieder mit massiven Wirtschaftssanktionen unter Druck.

Vor einem Monat stellte auch der Iran das Abkommen infrage und setzte den anderen Vertragspartnern eine Frist bis zum 7. Juli, um die wirtschaftlichen Verpflichtungen zu erfüllen. Der Iran hat die Produktion von angereichertem Uran nach Angaben der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA wie angekündigt bereits erhöht, das Atomabkommen damit aber noch nicht verletzt.

(an/dpa)