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Shinji Kagawa verlässt die Adler

27.5.2019 9:07 Uhr, von Chris Ehrhardt

Es war eine Last-Minute-Leihe und rückblickend aus Sicht von Shinji Kagawa wird sich die Frage stellen müssen, ob der Weg zu Besiktas Istanbul in die Süper Lig richtig war und ob er nicht möglicherweise bei Hannover 96 weit mehr Einsatzzeiten bekommen hätte. Der Weg beim finanziell gebeutelten Klub Besiktas geht auf jeden Fall für Kagawa nicht weiter. Der Japaner, der noch bis 2020 einen Vertrag bei Borussia Dortmund hat, wird sich nun wieder auf dem Transfermarkt umschauen müssen.

Es war ein Last-Minute-Transfer, der den Japaner Shinji Kagawa vom BVB zu Besiktas Istanbul an den Bosporus brachte. Nur ein Spiel über die volle Distanz sprang dabei raus. Trainer Senol Günes gab dem torgefährlichen Spielmacher in der im Durchschnitt 39 Minuten Spielzeit – zu wenig, um einem Spiel seinen Stempel aufdrücken zu können. Trotzdem erzielte er vier Treffer für Besiktas und brachte es auf zwei Torvorlagen. Nicht auszudenken, was Kagawa hätte leisten können, hätte man mehr Vertrauen in ihn und seine Fähigkeiten gesetzt. Immerhin hat Kagawa eine englische Meisterschaft, zwei deutsche Meisterschaften und zwei Pokalsiege auf dem Haben-Konto.

Wohin wird Kagawa gehen?

Die Zeit am Bosporus ist jetzt jedenfalls vorbei. Kagawa bedankte sich bei den Mitarbeitern, den Fans und den Team-Kollegen für die Zeit und bedauerte es – ein Seitenhieb auf Trainer Günes – dass er dem Team nicht mehr hat helfen können. Istanbul würde ihm in guter Erinnerung bleiben.

Doch warum verpflichtet Besiktas Istanbul Kagawa nicht? Keine Kohle, kein Kagawa - das Geld fehlt schlicht und ergreifend. Kagawa würde sicher mehr als fünf Millionen Euro kosten. Besiktas wird aber für die Verpflichtung von Adem Ljajic an die sieben Millionen Euro an den FC Turin überweisen müssen und da sind die fünf bis acht Millionen für Kagawa nicht stemmbar, wenn die Kasse leer ist. So sagte auch Kagawa in einer Pressekonferenz, dass er zwar gerne bleiben würde, aber die finanzielle Situation es unmöglich mache.

Besiktas muss als Tabellendritter nicht in der Qualifikationsrunde zur Europa League, sondern ist, weil Meister Galatasaray Istanbul auch Pokalsieger wurde und damit das Double holte, sofort in der Gruppenphase. Aber die Gelder fließen eben in der Champions League üppiger und die Qualifikation für die Königsklasse hat man selbst verspielt. Was nun letztlich aus dem sympathischen Japaner wird, muss die Zukunft zeigen. Möglich ist, dass ihn der Weg in die zahlungskräftige Premier League von England zieht. Dass er eine reale Chance hat, sich in den Top-Kader beim Vizemeister BVB zu spielen, bei dem er noch bis Sommer 2020 unter Vertrag steht, darf jedenfalls bezweifelt werden.

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