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Sexueller Missbrauch: Lehrer in Antalya zu 621 Jahren Haft verurteilt

12.11.2020 18:47 Uhr

Der Lehrer Mahmut Aydin K. ist wegen sexuellen Missbrauchs von 26 Schülern in der Mittelmeerprovinz Antalya zu 621 Jahren Gefängnis verurteilt worden. Es ist das schwerste Urteil in einem derartigen Fall, das je gegen einen Angeklagten in der Türkei verhängt wurde.

Dieser Fall kam an Licht, nachdem eines der missbrauchten Schüler das Schweigen brach und seinen Eltern und der Schulleitung alles erzählte. Nachdem sich auch andere Familien beschwert hatten, wurde K. in Untersuchungshaft genommen.

Lehrer zeigt keine Reue

Am letzten Verhandlungstag am Mittwoch ließ sich der Angeklagte auf eigenen Wunsch wegen der Corona-Pandemie per Video-Konferenz in den Gerichtssaal schalten, während die Kläger-Familien zahlreich vertreten waren. K. stritt nochmals alle Vorwürfe ab, verlangte einen Freispruch und seine Freilassung. Das Gericht sah die Vorwürfe allerdings als bewiesen an und sprach auch deshalb die drakonische Strafe aus, weil K. keinerlei Reue oder Bedauern zeigte. Zudem darf der Verurteilte seinen Beruf als Lehrer auf Lebenszeit nicht mehr ausüben.

Nachdem der Richter das Urteil gesprochen hatte, ging ein Applaus seitens der Familien der missbrauchten Schüler durch den Gerichtssaal. Serap Ertugrul, Anwältin des Kinderrechtszentrums in Antalya, zeigte sich sehr zufrieden mit dem Urteil. Sie hofft, dass der Richterspruch im Falle einer Berufung von K. in höherer Instanz bestätigt wird.

(mb)

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