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Sex-Skandal gegen mehrere Trainer bei den Olympischen Winterspielen

21.1.2019 13:06 Uhr

Bezüglich sexuellen Missbrauchs gibt es in Südkoreas Eisschnelllauf-Szene viele Anklagen. Nach Vergewaltigungsvorwürfen der Shorttrackerin Shim Suk Hee gegen ihren früheren Trainer gibt es neue Beschuldigungen der sexuellen Gewalt an fünf Läuferinnen. Das erklärte eine Interessensgruppe junger Läufer und die parteiunabhängige Abgeordnete Sohn Hye Won am Montag in der Nationalversammlung in Seoul.

Auch aktive Trainer seien in die Fälle verwickelt. Die Identität der jungen Opfer könne jedoch nicht enthüllt werden, weil sie sich vor Vergeltungsmaßnahmen fürchteten, sagte der für die Gruppe tätige Anwalt Park Ji Hoon laut Berichten südkoreanischer TV-Sender.

Rücktritt hochrangiger Funktionäre des NOK

Die neuen Vorwürfe wurden vor dem ersten Jahrestag des Beginns der Olympischen Winterspiele im südkoreanischen Pyeongchang im nächsten Monat bekannt. Dem Sender Arirang zufolge prüft das nationale Olympische Komitee derzeit, die koreanische Eislauf-Union nach den Missbrauchsvorwürfen aufzulösen.

Die Gruppe der jungen Läufer forderte dagegen den Rücktritt hochrangiger Funktionäre des NOK einschließlich seines Präsidenten Lee Kee Heung. Sie warf dem Komitee vor, junge Sportler und Sportlerinnen nicht genügend vor Missbrauch zu schützen.

Haftstrafe von nur zehn Monaten

Anfang dieses Monats hatte die 21 Jahre alte Shorttrackerin Shim ihren früheren Coach Cho Jae Beom vorgeworfen, sie sexuell belästigt und mehrfach vergewaltigt zu haben, seit sie 17 gewesen sei. Cho war kurz vor den Winterspielen als Trainer entlassen worden. Im September wurde er zu einer Haftstrafe von zehn Monaten wegen körperlicher Misshandlung von vier Sportlern verurteilt.

(gi/dpa)