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Sevilla-Karte: Was Griechenland beansprucht und was für die Türkei übrigbleibt

18.9.2020 11:47 Uhr

Viele Seiten – unter anderem die Nato, die EU und vor allem die deutsche Regierung – versuchen, gemeinsam mit der Türkei und Griechenland eine Lösung für die Spannungen im östlichen Mittelmeer zu finden. Ein Großteil der Spannungen fußt auf der sogenannten "Sevilla-Karte", die die Region zwischen Griechenland und der Türkei aufteilt und die Türkei neben ihrem Küstenstreifen effektiv auf den Golf von Antalya beschränkt.

Doch was genau ist diese Karte? Erstellt wurde sie durch Professor Juan Luis Suarez de Vivero von der Universität Sevilla. Sie legt nahe, dass der von Griechenland beanspruchte Festlandsockel in der Ägäis und im Mittelmeer sowie die exklusive Wirtschaftszone Zyperns die offiziellen Grenzen der EU darstellen würden.

Nach der Auslegung der Karte würde der griechische Festlandsockel vor der rund 580 Kilometer vom griechischen Festland entfernen Insel Kastellorizo beginnen und nach Süden bis zur Mitte des Mittelmeeres reichen – und der Türkei effektiv nur einen sechs Kilometer breiten Streifen vor der Küste lassen. Der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu betonte bereits mehrfach, dass eine Problemlösung für das östliche Mittelmeer nur möglich sei, wenn Griechenland von der Sevilla-Karte abrücken würde. Letztlich würde die Türkei über die längste Küste im Bereich des Mittelmeeres verfügen.


Cavusoglu telefoniert mit Stoltenberg

Der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu hat am 17. September laut diplomatischen Quellen telefonisch mit dem NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg und seinem kanadischen Amtskollegen gesprochen.

Mevlüt Cavusoglu, Jens Stoltenberg und Francois-Philippe Champagne diskutierten über die angespannte Lage im östlichen Mittelmeerraum. Details über das Gespräch wurden zunächst nicht bekannt. Ebenfalls sprach Cavusoglu am Donnerstag telefonisch mit Tatarstans Präsident Rustam Minnikhanov.

(be)

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