epa/Andrej Cukic

Serbien lehnt Dialog mit Kosovo ab

24.1.2020 20:02 Uhr

Aleksandar Vucic, der neue Präsident Serbiens, hat die jüngste Initiative der USA für einen erneuerten Dialog zwischen Serbien und dem Kosovo zurückgewiesen. "Ich kann es nicht akzeptieren, dass die (vom Kosovo auf serbische Waren erhobenen Straf-)Zölle mit der (serbischen) Kampagne gegen die Anerkennung (des Kosovos durch Drittstaaten) gleichgesetzt werden", erklärte Vucic am Freitag in Belgrad nach einem Treffen mit dem US-Sondergesandten Richard Grenell. Man könne nicht Äpfel mit Birnen vergleichen, fügte er hinzu.

Der US-Spitzendiplomat hatte am Vortag in Pristina in Gesprächen mit kosovarischen Politikern die Forderung ins Spiel gebracht, dass das Kosovo die Ende 2018 eingeführten Strafzölle auf Waren aus Serbien abschaffen möge. Im Gegenzug sollte Belgrad seine Kampagne einstellen, die darauf abzielt, dass vor allem kleinere Länder in der Dritten Welt ihre diplomatische Anerkennung des Kosovos zurückziehen.

Seit 2011 läuft Dialog zwischen Belgrad und Pristina

Serbien verhindert außerdem mit Unterstützung Russlands, dass das Kosovo in internationale Organisationen aufgenommen wird. Die vom scheidenden Ministerpräsidenten Ramush Haradinaj verhängten Strafzölle waren eine Antwort auf die für sein Land schädliche serbische Politik. Der seit 2011 laufende Dialog zwischen Belgrad und Pristina über die Normalisierung der beidseitigen Beziehungen brach daraufhin ab. Grenells Vorstoß sollte ihn wieder in Gang setzen.

Der Diplomat ist seit Oktober der Sondergesandte von US-Präsident Donald Trump für die serbisch-kosovarischen Beziehungen und seit Mai 2018 US-Botschafter in Berlin. Das ehemals serbische Kosovo hatte sich 2008 für unabhängig erklärt. Es wird von rund 100 Ländern anerkannt, darunter ist Deutschland, nicht aber Serbien.

(an/dpa)

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