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Sempf: Geywitz nicht die Richtige

21.9.2019 21:07 Uhr

Trubel in der Brandenburger SPD: nach ihrer Bewerbung um den Bundesvorsitz wirft Schatzmeister Harald Sempf Klara Geywitz vor, nicht die Richtige für den Job zu sein.

«Für die erste Reihe der Partei, und dann noch im Duo mit Olaf Scholz, ist sie nicht die Richtige», sagte Sempf dem «Spiegel». Wenn er Minister wäre, würde er sie aber zur Staatssekretärin machen und könne sich keine bessere vorstellen.

Geywitz bewirbt sich im Team mit Bundesfinanzminister Scholz um den SPD-Bundesvorsitz. Bei der Landtagswahl in Brandenburg konnte sie zuletzt kein Direktmandat holen und wird deshalb nicht im neuen Landtag vertreten sein. Sempf ist seit 2016 Schatzmeister der SPD Brandenburg.

Zu kalt?

Geywitz sei zwar ein politisches Talent und eine klar denkende Analytikerin, sagte Sempf. Aber: «Diese Herzenswärme, die ihr zugeschrieben wird, woher die kommen soll, ist mir ein Rätsel.» Die SPD brauche Politiker mit Wärme. «Aber Klara Geywitz könnte von der zwischenmenschlichen Wärme her auch eine 10 000er-Geflügelfarm leiten.»

Mit Unverständnis reagierten am Samstag andere SPD-Politiker. Geywitz' Konkurrent im Rennen um den Parteivorsitz, Karl Lauterbach, twitterte: «Sie ist äußerst fair und hört auch den Menschen gut zu. Die Diffamierung ihrer Person ist schäbig und entspricht ihr in keiner Weise.» Ein weiterer Mitbewerber, SPD-Vize Ralf Stegner, schrieb bei Twitter: «So ist es. Fairer Wettbewerb mit viel Gemeinsamkeiten und klaren Unterschieden - darum geht es, wenn wir wollen, dass unser Grundwert Solidarität wieder vorgelebt wird.»

Barley verteidigt Geywitz

Auch die frühere Bundesjustizministerin und heutige Vizepräsidentin des EU-Parlaments, Katarina Barley, verteidigte die Angegriffene: «Klara Geywitz ist einer der liebenswertesten, humorvollsten und anständigsten Menschen, die mir in der Politik begegnet sind.» Der SPD-Bundestagsabgeordnete Johannes Kahrs kommentierte den Beitrag mit den Worten: «Da sollten sich einige schämen!»

Vorstandsmitglied Sempf verteidigte seine kritischen Worte. «Hier geht's um die Führung der Partei. Da legt man eben Maßstäbe an», sagte Sempf der Deutschen Presse-Agentur.

(be/dpa)

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