epa/Maxim Shipenkov

Selenskyj soll Dialog mit Donbass suchen

4.7.2019 14:32 Uhr

Mit Nachdruck hat der russische Präsident Wladimir Putin seinen ukrainischen Kollegen Wolodymyr Selenskyj aufgefordert direkte Gespräche mit den Menschen im Kriegsgebiet Donbass zu suchen. "Die Bürger der Ukraine erwarten von Selenskyj und seinem Team keine Erklärungen, sondern reale Handlungen und rasche Veränderungen zum Besseren", sagte Putin in einem am Donnerstag auch vom Kreml veröffentlichten Interview der italienischen Zeitung "Corriere della Sera".

Putin empfahl Selenskyj auch, die Menschen in den Regionen Donbass und Luhansk nicht mehr Separatisten zu nennen.

Der russische Präsident erinnerte daran, dass der direkte Kontakt zwischen den Menschen in der Ostukraine und der Regierung in Kiew im Minsker Friedensplan für den Donbass vereinbart sei. Selenskyj dürfe das nicht ignorieren. Er habe von seinem Vorgänger schweres Gepäck übernommen. Als Beispiele nannte Putin die Verbote für Millionen Bürger der Ukraine, die russische Sprache zu verwenden, und Versuche, den Frieden zwischen den christlichen Konfessionen zu stören.

Putin will mit dem Papst über Konflikt reden

Putin wollte über den Konflikt in der Ukraine nach Kreml-Angaben auch mit Papst Franziskus am Donnerstag in Rom sprechen. Dabei sollte es um humanitäre Projekte der katholischen Kirche im Donbass gehen. Ein weiteres Thema des Treffens im Vatikan sei die Lage der Christen in Syrien.

Die Frage eines möglichen Besuchs von Papst Franziskus in Russland werde dagegen nicht erörtert, teilte Putins außenpolitischer Berater Juri Uschakow der Agentur Interfax zufolge mit. Hier seien religiöse Fragen zu berücksichtigen. In der russisch-orthodoxen Kirche ist die Ablehnung gegen einen Papst-Besuch in Russland groß.

(an/dpa)

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