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Seit Jahrtausenden brennen diese Feuer

14.9.2019 19:56 Uhr

Einst wiesen die aus den Felsen lodernden Flammen Schiffen den Weg, heute sind sie ein Touristenmagnet, dessen Anziehung man sich nicht verwehren sollte.

Die beste Zeit für den Besuch ist der Abend. Zum einen, weil dann weniger Menschen dort sind, zum anderen, weil die Stimmung zu dieser Tageszeit besonders mystisch ist.

Am schönsten bei Nacht

Yanartas (dt. brennender Stein) nennen die Türken den Ort Chimaira, der in der Nähe des Ortes Cirali auf küstennahen Hügeln liegt. Das Auto lässt man auf dem Parkplatz beim Wärterhäuschen stehen, bezahlt einen kleinen Eintritt und macht sich auf den Weg. Das am besten in festen Schuhen. Über einen Treppenweg geht es auf den 250 Meter hohen Yanar. In Abhängigkeit von der Kondition erreicht man das erste von zwei Flammenfeldern nach 15 bis 30 Minuten.

In der Dunkelheit sind die Flammen um einiges beeindruckender als tagsüber. Bis zu 30 Zentimeter lodern sie hoch. Wer sich für einen Besuch zu dieser Zeit entscheidet, sollte eine Taschenlampe dabeihaben, denn der Weg dorthin ist nicht beleuchtet.

Picknick am natürlichsten Lagerfeuer der Welt

Wer es halten möchte wie viele andere Besucher, sollte Proviant in seinen Rucksack packen. Dann kann man gemütlich bei den Feuern sitzen, Wein trinken und vielleicht auch dem Gitarrenspiel eines musikalischen Besuchers lauschen. Manche haben auch Pfannen dabei und brutzeln darin Eier oder ähnlich schnelle Mahlzeiten. Andere halten an Stöcken aufgespießte Marshmallows über die Flammen.

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Holz hat hier niemand aufgetürmt und die Feuer auch nicht entzündet. Sie entstehen durch aus den Felsrissen und -spalten entweichende Gase. Seinen Namen erhielt der Ort von der sagenhaften Chimäre, die Homer als Feuer speiendes Mischwesen mit dem Kopf eines Löwen, dem Körper einer Ziege und dem Schwanz eines Drachen beschrieb. Von der nahegelegenen antiken Stadt Olympos weiß man, dass man dort den Gott und Kunstschmied Hephaistos verehrte. Die auf dem unteren Flammenfeld vorhandenen Architekturfragmente lassen vermuten, dass es dort einen Hephaistos-Tempel gegeben hat. Beweise dafür liegen allerdings nicht vor. Auch die Inschriften auf den Marmortafeln, die vereinzelt zwischen den Flammen liegen, liefern diese nicht.

Wer weitergeht, wird belohnt

Das zweite Flammenfeld liegt etwa dreißig Minuten entfernt. Der Weg dorthin, den nur wenige auf sich nehmen, verlangt etwas mehr sportliche Kondition. Belohnt wird man mit einer besonderen Art von Stille, mehr Flammen, die dem Himmel eine faszinierende Farbe verleihen, und einem eindrucksvollen Ausblick.

(jk)

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