Stefan Sauer/dpa

Sechsjähriges Mordopfer beigesetzt

2.2.2019 13:09 Uhr

Fast 100 Menschen gaben der ermordeten Sechsjährigen aus Torgelow an ihrer letzten Ruhestätte in Wolgast das letzte Geleit. Am 12. Januar wurde das Kind mutmaßlich durch den Stiefvater durch Unterlassung ermordet, nachdem er vorher das Kind nachhaltig misshandelt hatte. Der Tatverdächtige sitzt nach kurzer Flucht in U-Haft.

Unter großer Anteilnahme ist in Wolgast ein vor drei Wochen getötetes Mädchen aus Torgelow beigesetzt worden. Rund 80 Gäste fanden bei der Trauerfeier am Samstag in einer Halle am Friedhof Platz. Der weiße Sarg war mit Rosen geschmückt. Nach der öffentlichen Feier ließen die Trauergäste Luftballons in Herzform in den Himmel steigen.

Stiefvater unter Mordverdacht in U-Haft

Danach wurde der Sarg des Kindes auf Wunsch der Familie auf einem Friedhof im Zentrum beigesetzt. Die Sechsjährige hatte mit ihrer Familie länger in Wolgast gelebt. Nachdem sich die Mutter und ihr leiblicher Vater getrennt hatten, war das Mädchen mit ihrem Bruder, der Mutter und dem Stiefvater Mitte 2018 nach Torgelow gezogen. Dort war es am 12. Januar in der Wohnung der Familie ums Leben gekommen.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt in dem Zusammenhang gegen den 27 Jahre alten Stiefvater wegen des Verdachts des "Mordes durch Unterlassen". Er soll das Kind misshandelt und keine Hilfe geholt haben, so dass es an seinen Verletzungen starb. Der deutsche Tatverdächtige bestreitet das. Er gab laut Staatsanwaltschaft bisher an, dass das Mädchen eine Treppe hinuntergestürzt war und sich dabei tödlich verletzt habe.

<h4></h4>(ce/dpa)