mikailakar.de

Sechsjähriger erobert Kunstwelt

2.4.2019 17:57 Uhr, von Simge Selvi

Fatih Akin ist einer seiner größten Fans. Selbst deutschen Politikern ist Mikail Akars Kunst bekannt. Viele vergleichen ihn mit Größen wie Jackson Pollock und Jean-Michel Basquiat, Mikail Akars Lieblingskünstlern. Ab 3000 Euro erhält er für ein verkauftes Bild. So ist es nicht verwunderlich, dass der Sechsjährige derzeit eine Ausstellung nach der anderen hat. Er geht zwar noch in den Kindergarten, hat aber jetzt schon den Durchbruch in der Kunstwelt geschafft und eine blendende Zukunft vor sich.

Wenn Kerem Akar schon vor einigen Jahren mit seinem Sohn durch eine Straße mit mehreren Galerien ging, blieb Mikail jedes Mal stehen und betrachtete die ausgestellten Kunstwerke ganz genau. Als der heute Sechsjährige zu seinem vierten Geburtstag dann eine kleine Leinwand und Farben geschenkt bekommen hat, war es um ihn geschehen: Er fing an zu malen und hörte nicht mehr auf.

Mikails erstes Kunstwerk (Foto: mikailakar.de)

Seit diesem Geburtstag ist einiges passiert. Zunächst waren es seine Eltern, die verblüfft waren von dem Gemälde ihres Kindes und es voller stolz auf Facebook posteten. Dann kam alles Schlag auf Schlag: Immer mehr Menschen drückten auf den "Like"-Button, Kunstsammler begeisterten sich für Mikails Bilder - und in Kürze folgte schon seine erste Ausstellung. Seine letzte Ausstellung fand sogar in Hamburg statt, bei Nissis Kunstkantiine. Die Inhaber ist Deutschtürkin und hat viel gemeinsam mit Mikail, denn dessen Großeltern stammen auch aus der Türkei.

Typisch Künstler

Erst kürzlich hatte Mikail eine Ausstellung in Hamburg - Ausstellungen in Berlin und München folgen. Selbst in der Türkei sollen Mikails Bilder zu sehen sein: Für eine Ausstellung in Istanbul 2020 muss "nur noch der Vertrag unterschrieben" werden, so Mikails Vater.

An einem Bild arbeitet Mikail mal 3-4 Stunden, mal mehrere Wochen. Dabei ist er selbst sein strengster Kritiker. Die Familie sitzt beim Essen, als Mikail sich einer seiner Bilder an der Wand anschaut und unzufrieden ist. Plötzlich gefällt es ihm nicht mehr, er würde gerne noch dieses oder jenes daran ändern. Für seine Eltern und Fans: Unverständlich. Manchmal wird er beim Malen auch wütend, wenn er mit seiner Arbeit unzufrieden ist und schmeißt seine Pinsel hin - typisch Künstler eben.

Gemälde von Mikail Akar (Foto: mikailakar.de)

Im Herbst wird Mikail eingeschult. Er hat ein Stipendium für eine Privatschule erhalten, die sein künstlerisches Talent fördern möchte. Und taleniert ist er allemal: Es kommt sogar vor, dass bereits während der Vernissage einer seiner Ausstellungen alle Bilder verkauft werden - und zwar für rund 3000 Euro das Stück. Das Geld, das Mikail mit seinen Bildern verdient, wird nicht nur für die hochwertigsten Materialien zum Malen und die Reisen des kleinen Picasso verwendet - sowie für Lego natürlich, seinem Lieblingsspielzeug - es wird auch zurückgelegt für seine Zukunft.

Mikails Reise durch die Kunstwelt

"Wir befinden uns in einem Zug, der fährt einfach weiter, da müssen wir mitziehen", so Mikails Vater Kerem. Denn seien es die zahlreichen Ausstellungen, zu denen Mikail eingeladen wird oder seine eigenen deutschlandweiten Vernissagen: Nie ist der Sechsjährige allein unterwegs. Immer mit im Gepäck: Mama Elvan, Papa Kerem und seine dreijährige Schwester Mina. Mit der Unterstützung seiner ganzen Familie reist der kleine Künstler durch die Kunstwelt.

Und die Kunstwelt nimmt ihn mit offenen Armen auf: Am 9. Juni findet seine nächste Vernissage in Jüchen statt, im Herbst kann man seine Bilder ab dem 3. November in seiner Heimatstadt Köln bestaunen.