Symbolbild: epa/Massimo Percossi

Sechs türkische Staatsbürger wieder frei

1.7.2019 16:01 Uhr

Nach scharfen Drohungen aus Ankara sind die sechs in Libyen festgehaltene Staatsbürger wieder auf freiem Fuß. Das meldete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu am Montag. Eine direkte Bestätigung aus dem Außenministerium stand noch aus. Anadolu zufolge handelte es sich bei der Gruppe um Seeleute.

Aus Ankara hatte es am Sonntag geheißen, dass die sechs Personen in der Gewalt der "illegalen Miliz" von General Chalifa Haftar seien. Das sei ein "Akt der Räuberei und der Piraterie". "Wir erwarten, dass unsere Bürger sofort freigelassen werden." Andernfalls würden "Haftars Elemente" zum "legitimen Ziel".

Haftars Offensive gegen Tripolis

In dem ölreichen Land in Nordafrika herrscht acht Jahre nach dem Sturz des Langzeitmachthabers Muammar al-Gaddafi Chaos. Haftar hatte im April eine Offensive auf die Hauptstadt Tripolis angeordnet. Die Türkei unterstützt im Bürgerkrieg die von den UN anerkannte Regierung von Ministerpräsident Fajis al-Sarradsch. Haftars Truppen werfen dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan vor, sich in libysche Angelegenheiten einzumischen.

Der Ton zwischen Haftars selbst ernannter Libyscher Nationalarmee (LNA) und der Türkei hatte sich zuletzt verschärft. Am Freitag verbot die LNA, die große Gebiete vor allem im Osten Libyens kontrolliert, kommerzielle Flüge zwischen den Ländern. Zudem dürfen türkische Schiffe nicht mehr in Libyen anlegen. LNA-Sprecher Ahmed Al-Mismari erklärte "alle Schiffe und türkischen Flugzeuge" zu "feindlichen Zielen" und drohte mit der Festnahme türkischer Staatsbürger. Der türkische Verteidigungsminister Hulusi Akar warnte daraufhin, dass Angriffe" auf "stärkste Art und Weise" erwidert würden.

In der Nacht zum Montag waren in der Stadt Adschdabija bereits zwei türkische Arbeiter freigelassen worden. Sie waren wohl ohne gültigen Haftbefehl festgenommen worden, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus Sicherheitskreisen. Ob die beiden zu der Sechser-Gruppe gehörten, für die sich Ankara eingesetzt hatte, blieb zunächst unklar.

(an/dpa)

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