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Sechs Millionen Schutzmasken für Deutschland verschwunden

24.3.2020 14:50 Uhr

Beim Einkauf dringend benötigter Schutzmasken durch die Bundeswehr hat es eine schwere Panne gegeben. In Kenia seien sechs Millionen bestellte Atemschutzmasken "verloren gegangen", sagte eine Sprecherin des Bundesverteidigungsministeriums.

Sie bestätigte damit einen Bericht des "Spiegel". Das Ministerium bemühe sich um Aufklärung, "was da passiert ist", sagte die Sprecherin weiter. Dem Bund sei durch den Verlust "kein Schaden entstanden, weil die Masken noch nicht geliefert wurden und noch nicht bezahlt wurden", betonte sie. "Der Vertrag ist hiermit nichtig."

Kriminelle oder gute Geschäftsleute am Werk?

Der "Spiegel" zitierte aus einem vertraulichen Bericht des Ministeriums, demzufolge die Masken "am Flughafen in Kenia verschwanden". Eigentlich sollten die Masken bereits am vergangenen Freitag in Deutschland eintreffen.

Laut des Berichts im "Spiegel" vermuten Insider, dass die Lieferung der mittlerweile heißbegehrten Ware entweder von Kriminellen gestohlen wurde oder der Hersteller woanders einen besseren Preis ausgehandelt und die Masken dorthin verkauft hat.

Deutschland braucht dringend Nachschub

In Deutschland brauchen Ärzte und Kliniken wegen der Ausbreitung des Coronavirus dringend Nachschub an Atemschutzmasken. Der Krisenstab der Bundesregierung hatte das Beschaffungsamt der Bundeswehr in Koblenz beauftragt, den Einkauf von Schutzmaterial für das Gesundheitsministerium zu organisieren.

Welche Auswirkungen der Verlust der Masken für die Versorgung in Deutschland hat, war zunächst schwer abzumessen. Nach "Spiegel"-Informationen gehörten die sechs Millionen Masken zu den ersten großen Lieferungen, die erwartet worden seien. Dass gerade eine der ersten großen Tranchen nun ausfällt, sei "mehr als ärgerlich", zitierte das Magazin aus Behördenkreisen.

(bl/afp)

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