Symbolbild: Gabriel Chaim/AP/dpa

Sechs Menschen durch Selbstmordattentäter in IS-Bastion Baghus getötet

15.3.2019 21:44 Uhr

In der letzten IS-Bastion im syrischen Baghus haben Selbstmordattentäter der Dschihdistenmiliz IS am Freitag mindestens sechs Menschen mit in den Tod gerissen. Während ein Täter mindestens sechs flüchtende Menschen tötete, haben sich zwei weitere nahe der SDF-Stellung in die Luft gesprengt.

Einer der Täter habe sich inmitten von Menschen, die aus Baghus fliehen wollten, in die Luft gesprengt, teilte ein Sprecher der kurdisch dominierten Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) mit. "Er hat mindestens sechs Menschen getötet, die rauswollten", sagte der SDF-Sprecher Dschiaker Amed.

Zwei weitere Selbstmordattentäter hätten sich in der Nähe von SDF-Stellungen in die Luft gesprengt, wodurch mehrere Kämpfer leicht verletzt worden seien. Vor den Anschlägen hatte ein weiterer SDF-Sprecher, Mustefa Bali, mitgeteilt, eine "große Zahl" von Anhängern der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) habe kapituliert. Es war aber weiter unklar, wieviele IS-Kämpfer sich noch in Baghus verschanzt haben.

Über 370.000 Tote im Syrien-Konflikt

Seit dem Beginn der Offensive auf Baghus am 10. März ergaben sich laut SDF mehr als 4000 mutmaßliche IS-Mitglieder und deren Angehörige. Mehr als 61.000 Menschen haben die letzte IS-Bastion seit dem Beginn der Belagerung im Dezember nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte verlassen. Jeder Zehnte war demnach ein IS-Kämpfer.

Mehr als 370.000 Menschen sind nach Angaben von Aktivisten seit Beginn des Syrien-Konflikts vor acht Jahren ums Leben gekommen. Unter den Opfern seien knapp 113.000 Zivilisten, darunter 21.000 Kinder und 13.000 Frauen, teilte die oppositionsnahe Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Freitag zum achten Jahrestag des Beginns des Konflikts mit. Unter den Toten seien zudem 125.000 Soldaten der syrischen Armee und mit ihr verbündeter Milizen sowie 67.000 andere Kämpfer und 66.000 Dschihadisten.

Vom friedlichen Protest zum blutigen Kampf

Der Syrien-Konflikt begann am 15. März 2011 mit friedlichen Protesten gegen Präsident Baschar al-Assad, die von der Führung blutig niedergeschlagen wurden. Der Konflikt mündete in einen komplexen Krieg, durch den rund 13 Millionen Menschen vertrieben wurden oder in andere Länder geflüchtet sind.

Die in Großbritannien ansässige Beobachtungsstelle bezieht ihre Informationen von Aktivisten vor Ort. Ihre Angaben sind von unabhängiger Seite kaum zu überprüfen. Zuletzt hatte sie im September eine Bilanz zum Syrien-Konflikt vorgelegt. Damals sprach sie von mehr als 360.000 Toten.

(sis/afp)