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Sea-Eye-Crew darf nicht von Bord

15.4.2019 8:53 Uhr

Zwar durften die 62 Flüchtlinge an Bord der "Alan Kurdi" in Malta an Land gehen, die Crew allerdings muss weiter auf dem Schiff ausharren. Die Einreise für sie wurde verweigert, wie die in Regensburg ansässige Organisation Sea Eye am Montag mitteilte.

Kapitän Werner Czerwinski fährt demnach auf der Suche nach einem anderen Hafen nun Richtung Spanien. Zudem sagte Sea Eye nach eigenen Angaben wegen der "Seeblockade" einen nächsten Einsatz vor der libyschen Küste ab. Die "Alan Kurdi" müsse auch in eine Werft gebracht werden, hieß es.

Missbrauch staatlicher Machtbefugnisse

"Wir können Malta nicht dazu zwingen, unsere Crewmitglieder an Land zu lassen. Wir verurteilen den Missbrauch staatlicher Machtbefugnisse und die illegale Einschränkung der Freiheit unserer Besatzungsmitglieder, die zuletzt ihre eigene Gesundheit riskierten, um Menschenleben zu retten", erklärte der Vorsitzende der Hilfsorganisation, Gorden Isler. Das Schiff hatte am 3. April vor der libyschen Küste insgesamt 64 Flüchtlinge von einem Schlauchboot gerettet, darunter zwölf Frauen und zwei Kinder im Alter von einem und sechs Jahren. Nach zehn Tagen ließ Malta am Samstag 62 Flüchtlinge an Land. Sie werden auf Deutschland, Frankreich, Portugal und Luxemburg verteilt. Zwei Migrantinnen und ein Crewmitglied waren wegen gesundheitlicher Probleme bereits zuvor nach Valetta gebracht worden.

(be/afp)