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Schwul durch Download einer App fürs iPhone ?

17.10.2019 14:47 Uhr

Man hört ja teils aus eher religiösen Kreise sehr abenteuerliche Vorstellungen, durch was und wie Homosexualität angeblich entstehen soll. Aber die Klage auf Schadenersatz gegen den Technikgiganten Apple aus Russland, wo der Download einer App für das iPhone "zur Verführung zu Homosexualität" beigetragen haben soll, schlägt beim Lächerlichkeitsfaktor noch so manche religiöse "Theorie" um Längen. Dessen wurde sich wohl auch der Kläger bewusst und hat die Klage fallengelassen.

"Heute haben wir unsere Forderungen aufgegeben", sagte seine Anwältin Sapischat Gusniewa am Donnerstag nach einer ersten Verhandlung hinter verschlossenen Türen. Ihr Mandant scheue das große Medieninteresse, gab sie als Grund an. Die nächste Verhandlung wäre nach ihren Angaben öffentlich gewesen. Der Mann, laut Anklageschrift D.E. Rasumilow, hatte auf seinem iPhone eine App aus dem Apple Store heruntergeladen und dort die digitale Währung Bitcoin bestellt. Er habe stattdessen eine andere Währung namens "GayCoin" (schwule Münze) erhalten und dazu die Aufforderung: "Urteile nicht, bevor Du es nicht versucht hast!"

Schwul via App-Download aufs iPhone?

Rasumilow gab laut Anklageschrift an, er habe sich daraufhin tatsächlich entschieden, es mit homosexuellen Beziehungen zu versuchen. "Zwei Monate später bin ich in eine intime Beziehung zu einer Person meines Geschlechts geraten und kann nun nicht mehr zurück." Seine Anwältin sagte am Donnerstag, er habe mit seiner Freundin Schluss gemacht und schäme sich nun wegen der Beziehung zu einem Mann.

Rasumilow hatte auf Entschädigung in Höhe von einer Million Rubel (14.000 Euro) geklagt. Homophobie ist in Russland weit verbreitet. Seit 2013 gibt es ein Gesetz, wonach die "an Minderjährige gerichtete Werbung für nicht-traditionelle Lebensweisen" verboten ist.

(ce/afp)

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