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Schwimmbad nur für Muslime geplant

21.11.2019 21:11 Uhr

Ein Schwimmbad nur für Muslime. Vom Erfolg dieser Geschäftsidee ist der Frankfurter Abdullah Zeran überzeugt. Aus diesem Grund ist er nun auf der Suche nach Geldgebern. Rund drei Millionen Euro, so schätzt er, wird das Bad verschlingen.

Doch obwohl das Bad seine Tore ausschließlich für Muslime öffnen will, möchte er es nicht von religiösen Vereinen finanzieren lassen. "Die werden aus dem Ausland gesteuert, das wollen wir nicht", so Zeran gegenüber der Hessische/Niedersächsische Allgemeine. Dass das Bad sich selber tragen würde, davon geht er aus: „Ich habe Marktforschung gemacht und sage: Ein Bad für strenge Moslems ist eine Marktlücke.“ Bisher habe er Zusagen von türkischen Gemeinden aus bis zu 90 Kilometer Entfernung, die gerne bei ihm schwimmen würden.

Doch noch ist dies Zukunftsmusik: Es gebe weder Investoren, noch ein geeignetes Grundstück. Auch ein Architektenentwurf gebe es noch nicht. Dafür existiert eine Unternehmensgesellschaft ("Ein-Euro-GmbH") mit einem weiteren Geschäftspartner zusammen. Auch eine Idee für die Finanzierung hat man schon: Crowdfuding.

Separation und Selektion

Bei der Politik stößt die Idee auf wenig Gegenliebe. Kritik kommt dabei von dem Frankfurter Landtagsabgeordneten und integrationspolitischen Sprecher der SPD-Fraktion im Hessischen Landtag, Turgut Yüksel. Er sehe dabei nicht die Notwendigkeit einer Einrichtung eigens für Muslime. Vielmehr fürchtet er weitere Separation und Selektion in der Gesellschaft. "Durch solche Projekte und Initiativen versuchen bestimmte islamistische Gruppierungen mit ihrem Gedankengut Räume zu erobern", so Yüksel. Oder kurz: "Herr Zeran spaltet mit seinem Vorschlag die Gesellschaft, polarisiert und schadet der Integration. Er sollte ihn zurücknehmen."

Dies sieht Abdullah Zeran ganz anders: Für ihn böte ein solches Bad auch Muslimen die Möglichkeit Schwimmbäder zu nutzen. Viele Muslime würden nur dann schwimmen gehen, wenn sie getrennt nach Geschlechtern planschen dürften. Auch sollen Frauen getrennt von Frauen anderer Religionsgemeinschaften schwimmen können, so Zerman gegenüber der "Welt". Deswegen sei ein Burkini auch nur für liberale Muslimas eine Lösung. In seinem Schwimmbad könnten Mädchen schwimmen lernen, ohne das sich deren Eltern Sorgen machen müssen. Dafür würde man dann auch die Zusammenarbeit mit dem Schulamt suchen. Außerdem fehle ihm ein "Andachtsraum" für geistige Bedürfnisse.

"Und dann ist es doch egal, der eine geht freitags in die Moschee, der andere samstags in die Synagoge, der dritte sonntags in den Gottesdienst. Wir haben doch viel gemeinsam." Zudem sei es in Ordnung, dass jeder eigene Bedürfnisse hat. Es sei gewissermaßen die Vollendung der Integration, wenn eine Gruppe sich nicht mehr dafür entschuldigen müsse, wenn sie bestimmte Dinge anders regele als die anderen, sagt Zeran.

(hurriyet.de)

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