imago images / Marc Schüler

Schwere Unwetter in Nordbayern und Südhessen

19.8.2019 9:13 Uhr

Das Unwetter, welches am gestrigen Sonntag über Nordbayern und Südhessen hereinbrach, dauerte nur wenige Minuten. Doch die Zerstörungskraft war immens. Umgeknickte Bäume und abgedeckte Dächer zeigen als stumme Zeugen die Schneise der Verwüstung auf. Entgegen ersten Meldungen am Sonntag, es habe keine Verletzten gegeben, wurden gerade in Südhessen doch mehrere Menschen durch das Unwetter verletzt. Die Aufräumarbeiten sorgten auch am Montagmorgen zu nachhaltigen Behinderungen und chaotischen Verkehrsverhältnissen im Berufsverkehr und werden wohl noch länger andauern.

Die starken Unwetter haben mehrere Menschen am Sonntag in Südhessen verletzt. Ein 34-Jähriger sei bei Ginsheim-Gustavsburg in seinem Zelt von einem umgefallenen Baum getroffen worden, teilte die Polizei in Darmstadt mit. Lebensgefahr bestehe nicht. Im Kreis Offenbach seien mehrere Menschen verletzt worden, genauere Angaben dazu konnte die Polizei am Montagmorgen zunächst nicht machen. Der Schaden des Unwetters mit Starkregen und Sturm sei immens, hieß es. Straßen und Unterführungen wurden geflutet, Bäume knickten um und stürzten auf Autos, Dächer wurden abgedeckt und Straßen gesperrt. Im Fernverkehr mussten sich Bahnreisende auf Verspätungen und Ausfälle einstellen.

Zwischen Langen und Seligenstadt berichteten laut Polizei Zeugen von einem Tornado. Der Deutsche Wetterdienst im nahen Offenbach konnte dies am Montag zunächst nicht bestätigten. Auch der Wetterseite "tornadoliste.de" lagen zunächst keinerlei Erkenntnisse über einen Tornado in der Region vor.

Schadenshöhe derzeit noch nicht absehbar

Die heftigen Gewitter, die am Sonntagabend über den Norden Bayerns gezogen sind, haben zu Dauereinsätzen von Feuerwehr und Rettungsdiensten geführt. "Im Landkreis Aschaffenburg haben wir 96 Einsätze wegen des Sturms gezählt, das Dach der Polizeiinspektion Alzenau wurde abgedeckt", sagte ein Polizeisprecher am Montag. Die Aufräumarbeiten würden bis zum Vormittag dauern. "Die gesamte Schadenshöhe können wir derzeit nicht absehen." Verletzt wurde nach einer ersten Bilanz niemand. Sturmböen und Starkregen hatten zahlreiche Bäume entwurzelt und Keller und Straßen überflutet. Ein Kamin stürzte wegen des starken Windes ein. In einigen Gemeinden fiel zeitweise der Strom aus. Die Autobahn 45 war bis nach Mitternacht voll gesperrt, weil Bäume auf der Straße lagen und Wasser die Autobahn teilweise überflutet hatte.

Das Unwetter stoppte auch den Betrieb der Bahn: Wegen der Windböen waren Bäume ins Gleis der Strecke zwischen München und Frankfurt gestürzt. Auch die Oberleitung wurde beschädigt. Der Fernverkehr zwischen Frankfurt/Main und Würzburg werde deshalb in beiden Richtungen über Fulda umgeleitet, sagte eine Bahnsprecherin. Es komme zu Verspätungen von 60 bis 100 Minuten. Die Sperrung werde voraussichtlich noch bis Dienstagabend dauern.

Im ICE "gefangen"

Wegen eines Oberleitungsschadens nach einem heftigen Unwetter haben 400 Reisende am Sonntagabend über Stunden in einem ICE festgesessen. "Der Zug hatte keinen Strom mehr und stoppte bei Roth mitten auf der Strecke", sagte ein Sprecher der Bundespolizei am Montagmorgen. Um Mitternacht hätten Feuerwehr und Retter die Reisenden dann aus dem Zug in Sicherheit gebracht. Die Rettung war wegen des unwegsamen Geländes schwierig und dauerte rund drei Stunden. Verletzt wurde niemand. Der ICE wurde abgeschleppt.

(ce/dpa)

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