epa/Sabri Elmhedwi

Schwere Kämpfe in Tripoli

11.5.2020 18:19 Uhr, von Andreas Neubrand

Am Sonntag wurde die libysche Hauptstadt Tripoli von mehreren Bombeneinschlägen erschüttert. Damit versucht Khalifa Haftar über Nacht den Boden wettzumachen, den er bei den jüngsten Kämpfen verloren hat.

Außerdem stürmten bewaffnete Männer die Hauptwasserversorgung im Süden der Stadt und reduzierten das Angebot an Trinkwasser drastisch.

Hafters Versuch in Tripoli Fuß zu fassen

Hafters libysche Nationalarmee (LNA) versucht seit 13 Monaten Tripoli zu erobern. Doch die türkische Militärhilfe für die international anerkannte Regierung (GNA) in diesem Jahr hat dies bis jetzt verhindert. Die LNA wiederum wird von den Vereinigten Arabischen Emiraten, Ägypten und Russland unterstützt. Die drei Länder kündigten letzte Woche an, eine neue Luftkampagne zu starten.

Im vergangenen Monat haben die Pro-GNA-Truppen eine Reihe von Städten im Nordwesten von der LNA zurückerobert und ihre Kontrolle zwischen Tripolis und der tunesischen Grenze wiederhergestellt. Doch den strategisch wichtigen Watiya-Luftwaffenstützpunkt der LNA konnten sie dabei nicht erobern.

Heftigste Kämpfe seit langem

Laut einer Quelle der LNA waren dies die bislang heftigsten Kämpfe. Die Streitkräfte im Osten konnten dabei kurzfristig in Abu Salim Fuß fassen. Besonders unter Beschuss stand dabei der einzige noch funktionierende Flughafen Mitiga in Tripoli. Als Grund für den heftigen Beschuss des Flughafens gab die LNA an, dass die Türkei ihn als Militärbasis nutze, was die Regierung in Ankara zurückwies.

Die UN verurteilte die "wahllosen Angriffe" in Libyen, die größtenteils auf das Konto der LNA und ihrer Verbündeten zurückzuführen war. Die UN glaubt, dass die LNA im ersten Quartal 2020 für vier Fünftel der zivilen Todesfälle verantwortlich war.

Für die Türkei sind Hafters Streitkräfte legitime Ziele, sollten diese ihre Angriffe auf Zivilisten andauern.

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