epa/Divyakant Solanki

Schwellenländer senken die Zinsen

8.8.2019 9:18 Uhr

Im asiatisch-pazifischem Raum haben sich verschiedene Notenbanken der amerikanischen Fed angeschloßen und ihren Leitzins gesenkt. Die Zentralbanken aus Indien und Neuseeland reduzierten ihre Zinsen am Mittwoch überraschend deutlich.

Die Lockerung in Thailand kam gänzlich unerwartet. Die Abschwächung der Weltwirtschaft und der sich verschärfende Handelskonflikt gelten als Hauptgründe für die Entscheidungen. China und die USA sind wichtige Handelspartner der Länder.

Vierte Zinssenkung in Folge

In Mumbai reduzierte die indische Notenbank ihren Leitzins von 5,75 Prozent auf 5,40 Prozent. Es war die vierte Zinssenkung in Folge. Der aktuelle Leitzins ist der niedrigste Stand seit 2010. Die indische Notenbank hat im laufenden Jahr im Vergleich zu anderen Zentralbanken besonders stark die Zinsen gesenkt. Das Wirtschaftswachstum ist so schwach wie seit fünf Jahren nicht mehr. Indien erlebe eine zyklische Abschwächung, sagte Notenbankchef Shaktikanta Das. Sowohl die Binnennachfrage als auch die Investitionen kühlten sich ab.

Die neuseeländische Zentralbank reduzierte den Zins um einen halben Prozentpunkt auf 1,0 Prozent und damit den niedrigsten Stand in der Geschichte des Landes. Notenbankchef Adrian Orr schloss weitere Schritte und auch einen Negativzinssatz nicht aus. Als Reaktion fiel der Kurs des neuseeländischen Dollars zum US-Dollar auf den tiefsten Stand seit 2016. Auch der australische Dollar geriet unter Druck, da Erwartungen auf eine Zinssenkung im Nachbarland geschürt wurden.

In Bangkok lockerte die thailändische Notenbank ihre Geldpolitik erstmals seit rund vier Jahren. Der Leitzins wurde um 0,25 Punkte auf 1,5 Prozent reduziert.

In der vergangenen Woche hatte die US-Notenbank Fed ihren Leitzins erstmals seit 2008 gesenkt. Dies macht es für Schwellenländer wie Indien leichter, ebenfalls die Zinsen zu senken.

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