epa/Florian Wiesner

Schweizer Botschafter in Teheran einbestellt

6.1.2020 0:06 Uhr

Der Iran hat angesichts der Drohungen von US-Präsident Donald Trump den Schweizer Botschafter in Teheran einbestellt. «Die feindseligen und bedrohlichen Aussagen des US-Präsidenten sind absolut inakzeptabel und verstoßen gegen internationale Gesetze», sagte Vizeaußenminister Abbas Araghchi dem Schweizer Diplomaten am Sonntag.

Die Aussagen Trumps bezügloh Angriffen auf kulturelle Zentren im Iran erinnern nach den Worten Araghchis an die Methoden der Mongolen und der islamistischen Terrormilizen und seien ein klares Zeichen von Kriegsverbrechen. Der Iran werde sich sich jedoch von solchen Drohungen nicht einschüchtern lassen und jede Aggression der USA konsequent erwidern, sagte der Vizeminister nach Angaben der Nachrichtenagentur Isna weiter.

Schweiz vertritt US-Interessen im Iran

Die Schweiz vertritt die diplomatischen Interessen der USA im Iran, da Teheran und Washington seit mehr als 40 Jahren keine diplomatischen Beziehungen mehr haben. Wegen der US-Vorwürfe gegen den Iran im Zusammenhang mit Ausschreitungen im Irak zum Jahreswechsel hatte Teheran an Neujahr bereits den Geschäftsträger der Schweizer Botschaft in Teheran einbestellt.

Die Mongolen hatten im 13. Jahrhundert Bagdad erobert und dort massive Zerstörungen an Kulturgütern angerichtet. Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hatte in den vergangenen Jahren Kulturdenkmäler von unschätzbarem Wert zerstört - unter anderem im syrischen Unesco-Weltkulturerbe Palmyra und in Ninive und Nimrud im Irak.

(an/dpa)

0 Kommentare

Bitte geben Sie den Aktivierungscode ein, der an Ihre E-Mail-Adresse gesendet wurde.

Sie müssen angemeldet oder registriert sein, um mitzudiskutieren.

Sie müssen angemeldet oder registriert sein, um mitzudiskutieren.