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Schweiz soll Wikileaks-Gründer Asyl gewähren

2.5.2019 23:39 Uhr

Die Schweiz soll Julian Assange, dem Gründer von Wikileaks, Asyl gewähren, fordern nun rund 20 Juristen. Sie richteten am Donnerstag einen Appell mit etwa 40 Unterschriften an die Regierung in Bern.

Die USA wollen Assange wegen der Veröffentlichung geheimer Militärdokumente zum US-Einsatz im Irak und in Afghanistan den Prozess machen. Der Australier war vor einer drohenden Auslieferung 2012 in der Botschaft Ecuadors in London geflüchtet. Weil die ecuadorische Regierung im das Asyl entzog, war er dort am 11. April festgenommen worden. Am Mittwoch wurde er in London zu 50 Wochen Gefängnis verurteilt, weil er mit seiner Flucht in die Botschaft gegen Kautionsauflagen verstoßen hatte.

Kein fairer Prozess in den USA?

Assange könne in den USA keinen fairen Prozess erwarten, schreiben die Unterzeichner des Schweizer Appells. Ihm drohe Folter und womöglich die Todesstrafe. Er sei ein Enthüllungsjournalist, der Kriegsverbrechen aufgedeckt habe. "Seine Verhaftung verletzt nicht nur die Pressefreiheit, sondern stellt angesichts der drohenden Sanktionen, Folter und Todesstrafe, die faktische Wiedereinführung der Zensur dar", schreiben sie.

Assange selbst lehnt seine Auslieferung an die USA ebenfalls ab. Das sagte der 47 Jahre alte gebürtige Australier am Donnerstag bei einer Anhörung vor einem Gericht in London, bei der er per Videostream aus dem Gefängnis zugeschaltet war. "Ich möchte mich nicht freiwillig ausliefern lassen für Journalismus, der viele Preise gewonnen hat und viele Menschen geschützt hat", sagte Assange der britischen Nachrichtenagentur PA zufolge.

Die USA werfen Assange Verschwörung mit der Whistleblowerin Chelsea Manning vor. Manning hatte Wikileaks 2010 - damals noch als Bradley Manning - Hunderttausende geheime Militärdokumente zukommen lassen. Es geht dabei um die US-Militäreinsätze im Irak und in Afghanistan.

(an/dpa)