DHA

Schwaches Basaksehir besiegt noch schwächeres Antalyaspor

18.2.2019 20:05 Uhr, von Chris Ehrhardt

Basaksehir, der Tabellenführer der türkischen Süper Lig, musste zum Abschluss des 22. Spieltages auswärts bei Antalyaspor antreten. Der ärgste Verfolger im Rennen um die türkische Meisterschaft, Galatasaray Istanbul, hatte seine Aufgabe am Vorabend bei Kasimpasa bereits bravourös erledigt, auswärts mit 4:1 gewonnen und war bis auf drei Punkte an die Tabellenspitze rangerückt. Würde Basaksehir wieder auf den Sechs-Punkte-Abstand einstellen können?

Die ersten Minuten starteten mit dem obligatorischen Abgetaste und Antalya machte deutlich, dass man sich Basaksehir nicht kampflos ergeben würde. Absicherung nach hinten, aber stets ein offenes Auge auf Konterchancen. In der 8. Minute dann die erste kleinere Aufregung. Amilton mit der Flanke von rechts in die Box, doch der Schussversuch von Mevlüt Erdinc wurde geblockt. Da war mehr drin für Antalya. Basaksehir versuchte immer wieder über die linke Seite Druck zu machen und da vorzugsweise mit İrfan Can Kahveci oder Arda Turan. Aber noch zeigten sich keine großen Lücken in der Hintermannschaft von Antalyaspor. In der 18. Minute musste eigentlich die Führung für Antalya fallen. Guter Ball in die Box und plötzlich war Amilton frei vor Mert Günok – aber er verzog knapp. Zwei Minuten später kam das leidige und immerwährende Schiedsrichterthema erneut auf. Nazim Sangare rutschte in einen Ball, Arda sprang hoch, wurde nicht getroffen. Trotzdem verteilte Mete Kalkavan den gelben Karton.

Würde die Hintermannschaft von Antalya stabil bleiben?

Nach einer Ecke in der 29. Minute versuchte es Erdinc mit dem Kopf, aber Mert stand genau richtig und hatte keine Probleme mit dem Ball. Basaksehir versuchte es ab der 30. Minute mehr mit Ruhe und mit Auge. Das zahlte sich in der 33. Minute aus. İrfan Can Kahveci legte in der Box auf und der Russe Fedor Kudryashov tunnelte den belgischen Keeper Ruud Boffin zur Führung – 0:1.

Fredy nahm in der 40. Minute Maß, verzog aber knapp am Tor von Mert vorbei. Antalya blieb auch nach dem Rückstand gefährlich und sobald sich die Hausherren in Bewegung setzten, das Tor von Mert zu belagern, zog sich ganz Baseksehir zurück. In der 45. Minute eine Riesenchance für Arda, der aber den Ball aus zwei Metern nicht über die Linie stochern konnte. Mit einer Schauspieleinlage von Marcio Mossoro, der wieder einmal mehr durch Gemecker und Falleinlagen als durch Leistung auf dem Platz aufzufallen wusste, ging es dann in die Pause.

Konnte Antlaya die Unsicherheiten in der Abwehr von Basaksehir nutzen?

Bei Antalya kam Serdar Özkan für Dogukan Sinik aufs Feld. Antalyaspor machte dann zuerst den Fehler, sich laufend auf hohe und lang geschlagene Bälle zu verlegen. Dabei hätte das flache, direkte und vor allen Dingen schnelle Spiel weit mehr Erfolg versprochen, wenn man gegen ein Team spielt, das fast durch die Bank aus Ü30-Kickern besteht. Ab der 60. Minute merkte man bei Basaksehir, die Luft wurde knapper. Das Team war bemüht, den Ball sicher durch die eigenen Reihen laufen zu lassen und das auf eine Distanz, die sich innerhalb der eigenen Komfortzone bewegte. Lange Laufwege wurden weitgehend vermieden. Das merkte Basaksehir selbst und man igelte sich teils mit neun Feldspielern hinten an der eigenen Box bei Angriffen von Antalya ein – Räume möglichst eng machen.

Souverän und meisterlich sah das nicht aus, was Basaksehir hier in Antalya zeigte. Ein Tor gemacht und dann hinten zu mit der Bude. Catenaccio und zusätzlich noch zwei Busse im Strafraum parken. Ab der 73. Minute und der entsprechende Ruhephase wurde Basaksehir wieder etwas lebhafter. Und Arda durfte unter die Dusche – für ihn kam Demba Ba. Zum Glück für Basaksehir war Antalya sehr harmlos und vorhersehbar bei seinen Angriffen - oder im Abseits. In der 78. Minute spielte Robinho hervorragend Visca frei, der aber aus vier Metern den Ball nicht ins Tor bekam. Das Kunststück wiederholte Mossoro in der 81. Minute und Demba Ba nur wenige Sekunden später. Das passiert eben, wenn die Luft knapper wird. Dann schwindet auch die Konzentration beim Abschluss. In der 83. Minute ließ Emre Belözoğlu Sangare über die Klinge springen und war mit der gelben Pappe gut bedient - die er schon früher für ein Foul an Fredy hätte bekommen müssen.

Könnte Antalyaspor nochmals alle Kräfte frei machen und Basaksehir, das stehend K.o. war, unter Druck setzen? In der 87. Minute hatte Antalya großes Pech. Doukara wurde im Strafraum von Serdar Tasci klar am Kopfball gehindert und nach unten gedrückt, aber der Pfiff blieb aus. Wahrscheinlich hatte der VAR einfach nur einen Urlaubstag eingelegt. In der Folge- und Nachspielzeit machte Antalya wieder den Fehler mit den hohen Bällen - auch in die Box. So gewinnt man gegen erfahrene Spieler aber keinen Blumentopf. Am Ende blieb es, nicht zuletzt dank der geparkten Busse im eigenen Strafraum, beim knappen Sieg für Basaksehir, der alles andere als souverän war. Der Abstand zu Galatasaraybetrug wieder sechs Punkte.

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