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Schutzmasken-Streit zwischen Deutschland und USA eskaliert

7.4.2020 12:06 Uhr

Der Streit zwischen Berlin und den USA um die in Thailand verschwundenen Schutzmasken droht zu eskalieren. Berlins Innensenator Andreas Geisel hat erneut schwere Kritik geäußert.

"Fakt ist, wir haben eine entsprechende Lieferung bestellt, (...), wir haben diese Lieferung auch bezahlt", sagte der SPD-Politiker im ZDF-"Morgenmagazin". Die 200.000 Schutzmasken seien auf dem Weg nach Berlin gewesen. "Unabhängig davon, ob sie (...) konfisziert worden sind, ob sie storniert wurden und dann in die USA umgeleitet worden sind, oder ob jemand mit dem Geldkoffer gekommen ist und es in die USA umgeleitet hat: Unsere Schutzmasken sind in den USA gelandet. Und das ist nicht in Ordnung." Verträge müssten eingehalten werden, forderte Geisel.

USA kontert und spricht von "Spaltung"

Eine für die Berliner Polizei bestimmte Lieferung von Schutzmasken war auf dem Flughafen der thailändischen Hauptstadt Bangkok verschwunden. Geisel hatte am Freitag zunächst mitgeteilt, die Masken seien auf Betreiben der USA "konfisziert" worden. Er hatte von einem "Akt moderner Piraterie" gesprochen.

Die Reaktion der USA ließ nicht lange auf sich warten. "Die Regierung der Vereinigten Staaten hat nichts unternommen, um für Deutschland bestimmte 3M-Lieferungen umzuleiten, noch wussten wir irgendetwas von solchen Sendungen", sagte ein Sprecher der US-Botschaft in Berlin. "Die USA arbeiten mit ihren Partnern und Verbündeten solidarisch daran, humanitäre Hilfe für bedürftige Länder bereitzustellen und alle möglichen Maßnahmen zu ergreifen, die Verbreitung des Coronavirus zu bekämpfen." Man sei besorgt "über die allgegenwärtigen Versuche, die internationalen Anstrengungen durch Desinformationskampagnen ohne Angaben von Quellen zu spalten".

Lockerung "im Laufe des Mais"

Im Interview mit dem ZDF-"Morgenmagazin" verteidigte Geisel außerdem die strengen Ausgangsbeschränkungen im Kampf gegen das Coronavirus. "Es ist nach wie vor so, dass die Infektionsgeschwindigkeit zu groß ist." Der Berliner Senat gehe aber verantwortungsvoll mit den Einschränkungen um und werde sie alle zwei Wochen überprüfen. "Wir können nicht endlos diese Situation fortsetzen", sagte der SPD-Politiker. Er erwarte daher eine stufenweise Lockerung "im Laufe des Mai." Klar sei aber auch, dass wir "nicht weitermachen können, wie wir im Februar aufgehört haben".

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