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Schuldenberge in der Süper Lig bereiten Galatasaray-Coach Fatih Terim Sorgen

19.10.2020 12:16 Uhr

Galatasaray-Coach Fatih Terim zeigt sich besorgt über die Schuldenentwicklung der Klubs in der Süper Lig. "Bei diesem Thema müssen wir mit offenen Karten spielen. Es geht so nicht weiter“, sagte der 67-Jährige in einem Interview mit dem Sportportal „beIn Sports“.

Er gehe nicht mehr darum, welcher Verein für die Verpflichtung von teuren Spielern die besten Kredite bekomme oder die besten Beziehungen zu potenziellen Geldgebern habe. "Diese Phase haben wir überschritten. Wir befassen uns momentan mit Verbindlichkeiten, die nicht tragfähig sind. Selbst die Zinsen der Kredite können manchmal nicht beglichen werden. Da bringt auch eine Teilnahme an der Champions League nichts", sagte der frühere türkische Nationalcoach, der seit 2017 Galatasaray wieder trainiert. Mit anderen Worten: Geht die Entwicklung so weiter, droht ein Finanzchaos und sogar eine Pleitewelle im türkischen Fußball.

Kein Geld für Jugendförderung da

In dem Zusammenhang sprach Terim auch die Probleme in der Jugendförderung bei Galatasaray an und nannte als Beispiel Ozan Kabak. Das Eigengewächs des türkischen Rekordmeisters war im Sommer 2019 für elf Millionen Euro zum Bundesligisten VfB Stuttgart gewechselt. "Wissen Sie, wieviel unser Verein aus der Ablöse für Ozan in die Jugendarbeit investiert hat? Null. Der Grund dafür ist, dass zu dem Zeitpunkt entweder ein anderer Spieler verpflichtet werden musste, Gehälter bezahlt oder Schulden getilgt wurden, die längst fällig waren“, so der frühere Trainer des AC Mailand und AC Florenz.

Terim äußerte sich zudem zu den zuletzt aufgekommenen Gerüchten, er wolle wegen seiner starken Verbundenheit mit Galatasaray Präsident des Traditionsklubs werden. Immerhin absolvierte der frühere Abwehrspieler und Libero zwischen 1974 und 1985 317 Spiele für Galatasaray und schoss dabei 16 Tore. Außerdem trainiert er die "Löwen" schon zum vierten Mal (1996-2000, 2002-2004, 2011-2013, 2017-heute). Den Gerüchten erteilte Terim aber eine Absage: "Galatasaray ist für mich ein besonderer Ort, hier fühle ich mich zu Hause. Allerdings habe ich keine Ambitionen, Präsident zu werden."

Champions-League-Sieg der größte Traum

Einen großen Wunsch hat das Trainer-Urgestein aber noch: Er will als Krönung seiner langjährigen Karriere noch einmal die Champions League gewinnen. "Als ich vor 20 Jahren gesagt habe, dass wir den UEFA Cup gewinnen können (Terim gewann mit Galatasaray 2000 den UEFA-Pokal, Anm. d. Red.), wurde ich von vielen Menschen ausgelacht. Warum nicht auch die Champions League? Diesen Traum werde ich nie aufgeben", betonte Terim.

(bl)

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