dpa

Schulden ohne Ende: 1. FC Kaiserslautern stellt Insolvenzantrag

15.6.2020 15:27 Uhr

Der hoch verschuldete Drittligist 1. FC Kaiserslautern geht offenbar in Insolvenz. Nach Informationen des "kicker" und des SWR will der viermalige deutsche Meister in den kommenden Tagen einen entsprechenden Antrag beim Amtsgericht Kaiserslautern stellen.

Demnach plagen den Traditionsverein Verbindlichkeiten in Höhe von 24 Millionen Euro. Zudem benötigen die Pfälzer etwa 15 Millionen Euro, um die Lizenz für die kommende Spielzeit zu erhalten.

Insolvenz in Eigenregie soll helfen

Die FCK-Führung hatte zuletzt alles versucht, um eine mögliche Insolvenz noch abzuwenden. Doch potenzielle Investoren wollen erst dann Geld in den Verein pumpen, wenn er von Grund auf saniert wird. Und genau das soll jetzt passieren: Der FCK plant laut der Berichte eine sogenannte Planinsolvenz – ein Insolvenzverfahren in Eigenregie. Somit will er sich kernsanieren und einen Absturz ins Bodenlose verhindern.

Und sportliche Konsequenzen hätte dieser Schritt zudem zunächst nicht: Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hatte Anfang April im Zuge der Coronakrise ein Maßnahmenpaket beschlossen, wonach unter anderem ein in Not geratener Verein der 3. Liga in dieser Saison keinen Punktabzug fürchten muss. Die Lauterer liegen derzeit mit 44 Punkten auf dem zwölften Tabellenrang. Das Polster zu einem Abstiegsplatz beträgt sieben Zähler und dürfte somit ausreichen.

Ende gut, alles gut für den 1. FC Kaiserslautern? Gut möglich, allerdings wohl erst, wenn der Verein von Grund auf saniert und neu aufgestellt wird. Denn dass Investoren erst dann Geld geben wollen, wenn entsprechende Schritte vollzogen sind, ist nicht neu.

Wuppertaler SV als passendes Beispiel

Denn ähnlich wie in Kaiserslautern läuft es derzeit beim Wuppertaler SV, ebenfalls ein Traditionsklub. Der Regionalligist befindet sich einmal mehr in einer wirtschaftlich prekären Lage. Zudem besteht laut "Reviersport" der Verdacht auf Versicherungsbetrug durch Scheinverträge. Dadurch sollen Steuern und Gelder nicht an die Krankenkasse überwiesen worden sein.

Der erfolgreiche Unternehmer und Multi-Millionär Friedhelm Runge, der dem WSV schon früher finanziell unter die Arme gegriffen hat, will nun erneut helfen. Knallharte Bedingung: Die Insolvenz. "Der WSV muss gereinigt werden - von Grund auf. Da muss alles lückenlos aufgeklärt werden. Die ganzen Geschichten mit den Scheinverträgen und Betrügereien. Das ist doch alles Wahnsinn“, sagte Runge im "Reviersport". Die Fans können aber beruhigt sein: Einen kompletten Neuanfang in der Kreisliga C sieht Runge nicht. Sportlich soll es in der Regionalliga weitergehen.

(bl)

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