Laurent Cipriani/AP/dpa

Schüsse auf griechisch-orthodoxen Priester in Lyon

31.10.2020 20:06 Uhr

Ein bislang unbekannter Täter hat in Lyon auf einen orthodoxen Priester geschossen. Der griechische Priester sei dabei gewesen, die Kirche zu schließen, wie die französische Nachrichtenagentur AFP am Samstag unter Berufung auf Justizkreise mitteilte. Französische Politiker vermuten einen erneuten islamistisch motivierten Terroranschlag hinter den Schüssen.

Laut den Informationen soll der Geistliche, der griechischer Staatsbürger ist, in Lebensgefahr schweben. Das Alter des Priesters, der seit 2012 in Frankreich lebt, wird mit 52 Jahren angegeben und er soll Vater von drei Kindern sein. Nach Informationen des Radiosenders "France Info" soll der Täter mit einem Jagdgewehr - andere Quellen wie Reuters sprechen von einer abgesägten Schrotflinte - zwei Schüsse abgegeben und den Geistlichen in den Unterleib getroffen haben. Die Hintergründe der Tat sind bislang unklar. Der Angriff in der Stadt im Südosten Frankreichs soll sich um 16.00 Uhr MEZ ereignet haben. Die Polizei ist im Großeinsatz.

Weiterhin höchste Terrorwarnstufe in Frankreich

Frankreichs Innenminister Gerald Darmanin hat die Anwohner aufgefordert, sich vom Ort des Geschehens fern zu halten und die Anweisungen der Sicherheitskräfte zu befolgen. Ein Krisenstab wurde einberufen. In einem Tweet hat der EU-Ratschef Charles Michel den Angriff verurteilt. In Europa sei die Gewissensfreiheit für alle garantiert und müsse respektiert werden, Gewalt sei unerträglich und zu verurteilen, schrieb der Politiker. Noch hat die spezielle Anti-Terrorgruppe der Ermittler den Fall noch nicht übernommen, da man erst "persönliche Streitigkeiten" als mögliches Tatmotiv ausklammern können müsse, heißt es aus Frankreich.

Der Vorfall ereignete sich nur wenige Tage nach der Messerattacke am Donnerstag in Nizza in einer Kirche, bei dem ein 21-jähriger mutmaßlicher islamistischer Terrorist aus Tunesien in einer Kirche drei Menschen mit einem Messer tödlich angegriffen hat. Frankreich hat nach dem Angriff in Nizza die höchste Terrorwarnstufe ausgerufen.

(ce/dpa)

0 Kommentare

Bitte geben Sie den Aktivierungscode ein, der an Ihre E-Mail-Adresse gesendet wurde.

Sie müssen angemeldet oder registriert sein, um mitzudiskutieren.

Sie müssen angemeldet oder registriert sein, um mitzudiskutieren.