dpa

Schriftsteller Wilhelm Genazino verstorben

14.12.2018 16:24 Uhr

Nach kurzer Krankheit ist der Schriftsteller Wilhelm Genazino im Alter von 75 Jahren verstorben. Bekannt wurde durch seine Anti-Helden, die er "Individualisten wider Willen" nannte.

Bis zum Ende seines Lebens lebte er in Frankfurt am Main, wie eine Sprecherin des Carl Hanser Verlags am Freitag in München sagte. Genazino hinterlässt demnach eine Tochter.

Der Autor erhielt zahlreiche Preise und Auszeichnungen. So wurde er 2004 mit dem Georg-Büchner-Preis der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung in Darmstadt geehrt und bekam 2014 die Goetheplakette der Stadt Frankfurt.

Genazino wurde am 22. Januar 1943 in Mannheim geboren und lebte als freier Autor in Frankfurt, wie der Verlag weiter mitteilte. Zunächst arbeitete er als Journalist unter anderem bei der Satire-Zeitschrift "Pardon". Später studierte er in der Stadt noch Germanistik.

Er schrieb Hörspiele, bevor er mit seiner Angestellten-Romantrilogie "Abschaffel" (1977), "Die Vernichtung der Sorgen" (1978) und "Falsche Jahre" (1979) bekannt wurde. Genazinos Werk wurde in viele Sprachen übersetzt. Sein letzter Roman "Kein Geld, keine Uhr, keine Mütze" erschien im Frühjahr 2018.

Die Protagonisten seiner Romane waren stets Außenseiter, die sich auf durchaus kreative Art mit dem Leben auseinandersetzen. Eine eigenwillige Mischung aus Traurigkeit und Komik besitzen diese Anti-Helden, die Genazino "Individualisten wider Willen" nannte.

(be/dpa)

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