AFP

Schmuggel-Bus aus der Türkei gestoppt

9.3.2020 22:56 Uhr

Aus Krisen lässt sich in der Regel Geld machen. Das ist beim Coronavirus nicht anders. Preise für Desinfektionsmittel explodieren, wie auch die Preise für Mundschutz, um sich vor Ansteckungen zu schützen. An der Grenze zu Österreich wurde nun ein Reisebus aus der Türkei gestoppt und auf unerlaubte Waren untersucht. Dabei fanden die Zöllner neben den fast schon obligatorischen Zigaretten und Fleischwaren auch 21.000 Einmal-Mundschutzmasken, die wohl in der EU gewinnbringend verkauft werden sollten. Dabei hatte die Türkei in der letzten Wochen die Ausfuhr von Schutzmasken untersagt. Auf den oder die Schmuggler kommt nun wohl gleich doppelter Ärger zu.

Angesichts der Coronavirus-Epidemie sind Mundschutzmasken weltweit Mangelware geworden - daraus wollten die Fahrer eines türkischen Reisebusses offenbar Profit schlagen. Wie die österreichische Nachrichtenagentur APA am Samstag berichtete, stellten Beamte des Wiener Zollamtes am Donnerstag bei der Kontrolle des Reisebusses in Inzersdorf 21.000 geschmuggelte Einmal-Mundschutzmasken sicher. Auch 25 Kilogramm Fleisch, 1200 Zigaretten und verschiedene andere Waren wurden demnach beschlagnahmt.

Türkisches Reisebusunternehmen nicht zum ersten Male auffällig

Wie APA berichtete, waren die vier Fahrer im Alter von 40 bis 50 Jahren und die drei Bus-Passagiere auf dem Weg von der Türkei nach Deutschland. Laut dem österreichischen Finanzministerium war das türkische Busunternehmen, zu dem der Reisebus gehört, bereits in der Vergangenheit durch die Mitnahme von Schmuggelwaren aufgefallen. Das Finanzministerium schätzt laut APA, dass die Schmuggler angesichts der erhöhten Nachfrage durch den Verkauf der Masken "mindestens 50.000 Euro Gewinn" hätten umsetzen können.

Wegen Engpässen bei klinischer Schutzbekleidung in Krankenhäusern haben bereits mehrere Regierungen die Handelsbedingungen für Mundschutzmasken und OP-Bekleidung verschärft. Die Bundesregierung hatte am Mittwoch den Export von Atemmasken und anderer Schutzausrüstung wie Handschuhe und Schutzanzüge verboten. Die tschechische Regierung verbot neben der Ausfuhr von Atemmasken am Donnerstagabend auch den Export von Desinfektionsmitteln durch Händler. In Frankreich sind Schutzmasken nur noch auf Rezept erhältlich, vorhandene Reserven wurden beschlagnahmt.

(ce/afp)

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