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Schlechtestes Ergebnis für ANC seit 1994

10.5.2019 7:49 Uhr

Nach den Wahlen in Südafrika sieht es so aus, als ob der ANC erneut als Sieger hervorgeht. Allerdings könnte sie Beobachtern zufolge erstmals nach dem Ende der Apartheit 1994 weniger als 60 Prozent der Stimmen bekommen.

Nach Auszählung von mehr als vier Millionen der insgesamt 26,8 Millionen Stimmen lag der ANC am Donnerstag bei 55 Prozent, wie die Wahlkommission mitteilte. Die oppositionelle Demokratische Allianz (DA) kam auf knapp 26 Prozent, die linke Partei "Kämpfer für wirtschaftliche Freiheit" (EFF) auf knapp neun Prozent.

Niedrige Wahlbeteiligung

Die Nachrichtenseite News24 sagte dem ANC ein Endergebnis von 56 bis 59 Prozent voraus. News24-Experte Dawie Scholtz führte das schlechtere Abschneiden des ANC auf eine niedrige Wahlbeteiligung und eine schwindende Unterstützung durch die schwarze Bevölkerungsmehrheit zurück. Vor allem in den Großstädten verliert der ANC zudem an Rückhalt.

Die Wahl ist der erste Stimmungstest in dem afrikanischen Land seit dem Amtsantritt von Präsident Cyril Ramaphosa im vergangenen Jahr. 25 Jahre nach dem Ende der Rassentrennung klafft aber immer noch eine große Kluft zwischen den Einkommen von Weißen und Schwarzen. Das Land ist geplagt von Korruption, die Landreform kommt nur schleppend voran, und der marode staatliche Stromkonzern Eskom muss saniert werden. Innerhalb des ANC tobt ein erbitterter Machtkampf.

(an/reuter)