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Schläge auf Magnitz: Polizei widerspricht AfD-Version des Angriffs

9.1.2019 10:19 Uhr

Nach dem Angriff auf den Bremer AfD-Landeschef und Bundestagsabgeordneten Frank Magnitz ermitteln die Behörden wegen des Verdachts einer gefährlichen Körperverletzung.

Das teilten Polizei und Staatsanwaltschaft Bremen nach ersten Vernehmungen sowie der Sicherung und Auswertung von Videomaterial über die Attacke mit, bei der Magnitz am Montagabend schwer verletzt wurde.

Drei Männer an Tat beteiligt

Aufnahmen zeigen den Angaben zufolge zwei Menschen, die sich dem 66-jährigen Politiker von hinten näherten, ein dritter lief versetzt dahinter. Einer der Unbekannten schlug Magnitz demnach von hinten nieder, woraufhin dieser stürzte. Der Politiker erlitt eine "stark blutende Kopfverletzung", teilten die Behörden mit.

Anschließend sei das Trio vom Ort des Geschehens geflüchtet. Weiter hieß es: "Auf dem bisher gesicherten Videomaterial kann der Einsatz eines Schlaggegenstandes nicht festgestellt werden."

Kein Kantholz im Einsatz

Damit widerspricht die Polizei der AfD-Version des Angriffs. Die Bremer AfD hatte zunächst angegeben, vermummte Angreifer hätten mit einem Kantholz Magnitz bewusstlos geschlagen.

In einer Pressemitteilung bezeichnete die AfD die Tat als "sinnlosen, mörderischen Akt". AfD-Bundestagsfraktionschefin Alice Weidel sagte, Magnitz sei einem "Mordanschlag zum Opfer" gefallen. Der Angriff auf Magnitz sorgte über alle politischen Lager hinweg für Empörung.

Die eingerichtete Sonderkommission ruft nach wie vor Zeugen des Vorfalls auf, sich zu melden. Die Ermittler gehen von einem politisch motivierten Angriff aus.

AfD Ziel von Anschlägen

Die AfD war bereits in der vergangenen Woche Ziel mehrerer Angriffe geworden. Vor einem Parteibüro im sächsischen Döbeln kam es am Donnerstag zu einer schweren Explosion, das Gebäude wurde erheblich beschädigt. Drei Verdächtige wurden festgenommen. Zudem wurden ein Parteibüro der AfD in Berlin mit Farbbeuteln beworfen und in Niedersachsen das Haus eines AfD-Kreistagsabgeordneten beschmiert.

(bl/afp/dpa)