Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Schlag gegen Kopf war todesursächlich

9.12.2019 16:20 Uhr

Alle von der Polizei gesuchten Personen rund um den Totschlag am 49-jährigen Feuerwehrmann Roland S. in Augsburg sind gefasst. Es wurden bereits sechs Haftbefehle verkündet und vollstreckt und laut Pressekonferenz sind die Behörden zuversichtlich, dass auch gegen den siebten Verdächtigen, der ebenso festgenommen wurde, ein Haftbefehl erwirkt würde. Im Zuge der Pressekonferenz wurde bekannt, dass der getötete Feuerwehrmann von der Gruppe umringt wurde. Der Hauptverdächtige habe dann völlig unvermittelt von der Seite einen gezielten, harten Schlag gegen den Kopf des Opfers ausgeführt, was zum Tode des 49-Jährigen führte.

Der 49 Jahre alte Mitarbeiter der Augsburger Berufsfeuerwehr war am Freitagabend bei einem Streit mit einer Gruppe Jugendlicher beziehungsweise junger Männer am Königsplatz im Zentrum von Augsburg umgekommen. Nach Angaben der Polizei war die Todesursache ein Schlag des 17 Jahre alten Hauptverdächtigen. Die Attacke sei unvermittelt von der Seite mit voller Wucht gewesen und habe zum Tod geführt, sagte der Leiter Kriminalpolizei Augsburg, Gerhard Zintl.

Nach dem Totschlag wurde das zweite Opfer attackiert

Bei dem Angriff war der Mann von einer Gruppe von Jugendlichen umringt. "Dann gab es einen Schlag, der Mann fiel zu Boden", sagte Zintl. Die Gruppe der jungen Männer habe sich weiter bewegt und sei auf den 50 Jahre alten Begleiter des Opfers zugegangen, der seinem am Boden liegenden Bekannten zu Hilfe kommen wollte. Der 50-Jährige sei attackiert und im Gesicht schwer verletzt worden. "Der ganze Handlungsablauf hat wenige Sekunden gedauert", sagte Zintl.

Nach dem Angriff war die erste Polizeistreife eine Minute nach dem Notruf am Tatort. Die Beamten hätten versucht, den 49-Jährigen zu reanimieren, "leider erfolglos", sagte Polizeipräsident Michael Schwald. Danach habe man sofort die Fahndung nach den Verdächtigen in die Wege geleitet. Der Mann war mit seiner Frau und einem befreundeten Paar auf dem Weihnachtsmarkt und anschließend noch in einem Restaurant. Auf dem Heimweg kam es zum Streit mit der Gruppe. Dabei wurde der Mann getötet, der zweite Mann wurde verletzt. Die Frauen blieben körperlich unverletzt.

Einige der Tatverdächtigen polizeibekannt

Die Ermittler nahmen am Sonntag zunächst zwei 17 Jahre alte Hauptverdächtige fest. Anschließend wurden auch die weiteren Mitglieder der Gruppe gefasst. Von den Festgenommenen waren einige bereits polizeibekannt. Der Hauptverdächtige war in den vergangenen Jahren schon mehrfach strafrechtlich in Erscheinung getreten. Es seien jugendtypische Delikte gewesen, unter anderem auch Körperverletzung, teilte die Polizei mit.

Nach dem Vorfall am Freitagabend waren auch Jugendbeamte unterwegs, die sich in der Szene gut auskennen. Einen wichtigen Hinweis auf die möglichen Täter bekamen die Ermittler in der Nacht von Samstag auf Sonntag. Die Beamte seien in Clubs unterwegs gewesen und hätten dort auch einen Hinweis erhalten, der sich als sehr vielversprechend und richtig herausgestellt habe, sagte Zintl. Bei der Fahndung half auch die Videoüberwachung, die die Polizei im Dezember 2018 am Augsburger Königsplatz installiert hatte.

Polizeibekannter Haupttäter mit deutscher, türkischer und libanesischer Staatsbürgerschaft

Dennoch warnte Bayerns Datenschutzbeauftragter Thomas Petri davor, nun die Videoüberwachung in den Städten massiv auszuweiten. Die Innenstädte dürften nicht mit Kameras zugepflastert werden. "Videoüberwachung muss die Ausnahme sein, die gerechtfertigt ist, aus dem Schutzgedanken heraus." Jede Kamera sei auch eine Verletzung der Bürgerrechte. Er wies auch darauf hin, dass die Videoanlagen in der Regel keine Straftaten verhinderten. In den meisten Fällen würden Täter sehr spontan aggressiv und ließen sich nicht von Überwachungstechnik abhalten.

Bei dem einen 17-Jährigen, der den 49-Jährigen geschlagen haben soll, handelt es sich um einen Deutschen, der auch die türkische und die libanesische Staatsbürgerschaft besitzt. Der andere 17-Jährige ist ein gebürtiger Augsburger mit italienischer Staatsbürgerschaft. Noch am Montag sollte der Haftrichter über eine mögliche Untersuchungshaft entscheiden.

(ce/dpa)

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