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Schlachtbetrieb in Coesfeld wird vorübergehend geschlossen

8.5.2020 16:56 Uhr

Der von besonders vielen Coronavirus-Fällen betroffene Schlachtbetrieb in Coesfeld im Münsterland wird vorübergehend geschlossen. Das teilte Nordrhein-Westfalens Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) am Freitag in Düsseldorf mit.

Außerdem sollen die Mitarbeiter aller Schlachtbetriebe in Nordrhein-Westfalen auf das Virus getestet werden. Die Sammelunterkünfte sollen auf die Einhaltung von Hygienemaßnahmen überprüft werden.

Das Coronavirus hatte sich in dem Coesfelder Betrieb der Firma Westfleisch ausgebreitet. 129 Infizierte waren am Donnerstag nach damaligen Angaben des Kreises erfasst worden. Von ihnen seien 13 ins Krankenhaus gekommen. Nach Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) ist in Coesfeld der Grenzwert von 50 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner und Woche überschritten worden. Er lag am Freitag (Stand: 0.00 Uhr) bei 52,7.

Insbesondere müssten Mitarbeiter getestet werden, die mit einem Werkvertrag beschäftigt seien, hatte die Landesregierung bereits erklärt. Bei hygienischen Defiziten in den Unterkünften müssten Auflagen zur Nachbesserung erteilt werden.

Unternehmen steht im engen Kontakt mit den Behörden

Ein Westfleisch-Sprecher hatte am Donnerstagabend erklärt, die Krankheitsverläufe seien vergleichsweise mild. Alle Infizierten, die nicht im Krankenhaus liegen, und ihre Kontaktpersonen befänden sich in häuslicher Quarantäne. Am Werkstor werde kontaktlos Fieber gemessen, um Verdachtsfälle schnell zu erkennen. Das Unternehmen stehe in engem Kontakt mit den Behörden, sagte der Sprecher.

Bund und Länder hatten sich am Mittwoch darauf verständigt, dass zahlreiche im Zuge der Corona-Krise verfügte Einschränkungen des öffentlichen Lebens wieder gelockert werden. Bei einer Überschreitung des Grenzwerts der Infektionen soll aber umgehend wieder ein Beschränkungskonzept umgesetzt werden. In der Vereinbarung heißt es aber auch: "Bei einem lokalisierten und klar eingrenzbaren Infektionsgeschehen, zum Beispiel in einer Einrichtung, kann dieses Beschränkungskonzept nur diese Einrichtung umfassen."

(gi/dpa)

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