afp

Schiedsrichter-Streik in Köln

17.11.2019 15:01 Uhr

Die schlimmen Szenen nach dem Spiel zwischen Blau-Weiß Köln V gegen Germania Ossendorf waren wohl der letzte Tropfen, der das Fass überlaufen ließ. Dabei wurde der junge Schiedsrichter von Spielern des Vereins Germania Ossendorf beschimpft, bepöbelt, mit einer Flasche beworfen und über den Platz gejagt. Das wollen sich die Kreisliga-Schiedsrichter so nicht mehr bieten lassen und treten kollektiv in den Ausstand. Man sei kein Freiwild, heißt es aus Schiedsrichterkreisen.

Nach einem Übergriff auf einen Schiedsrichter in der Kölner Kreisliga D sind die Unparteiischen in den Streik getreten. Der Schiedsrichter-Ausschuss des Fußball-Kreises Köln habe im Laufe der Woche einstimmig beschlossen, dass man keine Schiedsrichter zu den Kreisliga-Spielen entsenden wolle, heißt es in der Pressemitteilung, die am Sonntagmittag versendet wurde. Betroffen sind alle Spiele der Kreisligen A bis D, die am Sonntag stattfinden sollten. Dies sind insgesamt 76 Partien. Einige Spiele in den Kreisligen B bis D können dennoch stattfinden, weil in diesen Klassen auch Betreuer pfeifen dürfen.

Videoscreenshot

Die Kölner Schiedsrichter reagierten auf einen Vorfall vom 3. November. Beim 4:1 von Blau-Weiß Köln V gegen Germania Ossendorf wurde ein Schiedsrichter von Spielern der Gastmannschaft beschimpft und über den Platz gejagt. Der Unparteiische, der im Spiel drei Platzverweise gegen Ossendorf verhängte, erlitt dabei eine offene Wunde und ein Hämatom. Dieser Vorfall habe "das Fass zum Überlaufen" gebracht, teilten die Schiedsrichter nun mit: "Wir sind fassungslos über diesen gewalttätigen Angriff, der einer Hetzjagd gleichkommt. Wir Schiedsrichter sind kein Freiwild!"

(ce/afp)

0 Kommentare

Bitte geben Sie den Aktivierungscode ein, der an Ihre E-Mail-Adresse gesendet wurde.

Sie müssen angemeldet oder registriert sein, um mitzudiskutieren.

Sie müssen angemeldet oder registriert sein, um mitzudiskutieren.