dpa

Schiedsrichter pausiert Ligaspiel Nizza-Marseille für 12 Minuten

29.8.2019 14:20 Uhr

Homophobe Rufe und Banner - das akzeptierte Schiedsrichter Clement Turpin beim Spiel zwischen den französischen Erstligaclubs OGC Nizza und Olympique Marseille nicht. Als die "Fans" auch nach Aufforderung nicht aufhörten, stoppte er das Spiel kurzerhand während der ersten Halbzeit. Von der 28. Minute an ruhte der Ball für ganze 12 Minuten.

Marseilles Trainer Andre Villas-Boas sagte nach dem 2:1-Sieg seiner Mannschaft, der Schiedsrichter habe eine gute Entscheidung getroffen. Der Portugiese forderte die Liga auf, "diese Art von Problem zu regeln und mit Sanktionen zu reagieren oder nicht". Kapitän Steve Mandanda äußerte Verständnis für die Entscheidung. Für die Spieler sei es indes schwierig, nach so einer Unterbrechung schnell wieder zurück ins Spiel zu finden, erklärte der Torwart.

Immer wieder Zwischenfälle wegen Homophobie

Nizzas Profi Wylan Cyprien sagte dagegen: "Man kann nicht alle Spiele jedes Mal wegen solcher Dummköpfe unterbrechen, sonst werden wir nie spielen." Die für Gleichberechtigung zuständige französische Staatssekretärin Marlène Schiappa lobte Turpin indes.

Der Vorfall in Nizza ereignete sich, während in Paris die Disziplinarkommission der französischen Fußball-Liga tagte, um sich mit insgesamt 18 Fällen homophober Rufe oder Transparente in der Ersten und Zweiten Liga zu befassen. Zweitligist Nancy muss wegen eines derartigen Vorfalls eine Tribüne für ein Spiel schließen.

(be/dpa)

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